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    Demokratie made in USA für Iran ungeeignet - "Gazeta.Ru"

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    MOSKAU, 26. Juni (RIA Novosti). Es gibt keinen Grund, einen Regimewechsel in Iran zu erwarten, schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru" am Freitag.

    Wie Fjodor Lukjanow, Chefredakteur der Zeitschrift "Russia in Global Affairs", in seinem Beitrag für die Zeitung schreibt, bedeutet die jüngste Präsidentenwahl dennoch einen wichtigen Meilenstein für Iran.

    Dreißig Jahre nach der islamischen Revolution hat sich in der Gesellschaft eine Energie aufgebaut, die den Status quo in einer explosiven Region zum Umsturz bringen kann, in der jede Krise die regionalen Grenzen leicht sprengen könnte.

    Wahrscheinlich gab es Wahlfälschungen, die „administrative Ressource“ wurde ausgiebig genutzt. Doch das Stimmenverhältnis (zwei Drittel der Konservativen gegen ein Drittel der Reformer) sieht glaubwürdig für das soziale Entwicklungsstadium aus, in dem sich Iran befindet.

    Die Mehrheit der Bevölkerung auf dem Land orientiert sich auf die populistische und paternalistische Rhetorik von Präsident Mahmud Ahmadinedschad - eine für Entwicklungsländer keineswegs einzigartige Situation.

    Im Unterschied zu seinen arabischen Nachbarn ist Iran kein extrem autoritärer Staat - bei den Wahlen kommt es zu einer realen Meinungskollision. Aber auch eine wahre Demokratie ist die Islamische Republik nicht, die Funktion als Vermittler ist dem unablösbaren geistlichen Führer auferlegt worden.

    Wie es aussieht, wurde eine Störung gerade in diesem Kettenglied zum Katalysator der Unruhen. Ayatollah Ali Khamenei, der grundsätzlich für niemanden Partei nehmen kann, hat Ahmadinedschad viel zu offen unterstützt.

    Die weitere Klärung der Beziehungen zwischen den Clans innerhalb der iranischen Führung birgt die Gefahr der Unterminierung der Grundpfeiler der islamischen Staatlichkeit in sich. Daran ist keiner der Opponenten in der regierenden Elite interessiert. Dennoch ist es jetzt schwer, einen Kompromiss zu erreichen, der das Gleichgewicht wiederherstellen würde: Jemand wird sowieso als Verlierer dastehen.

    Die andauernden Unruhen und der Druck der Anhänger eines harten Kurses gegenüber Iran haben US-Präsident Barack Obama zu einer klaren Position gezwungen - künftig kann sie sich nur noch verschärfen. Jetzt kann Washington keine Pause einlegen und dann zum Anfang zurückkehren, um den Atom- Konflikt zu regeln versuchen.

    Die Aussichten auf einen Dialog werden völlig illusionär: Die US-Administration kann sich nicht über die ausgesprochen negative öffentliche Meinung hinwegsetzen und die durch die Unruhen geschwächten iranischen Behörden werden Unnachgiebigkeit demonstrieren.

    Es lässt sich nicht vorhersagen, in welcher Richtung und wann sich Veränderungen vollziehen werden. Klar ist nur, dass die einfachen und einleuchtenden Optionen, die die amerikanischen Anhänger des "Voranbringens der Demokratie" vorschlagen, im Fall Iran mit der Wirklichkeit noch weniger gemein haben als in anderen Ländern.

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