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    Kein Frieden in Nahost ohne Berücksichtigung der syrischen Interessen

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    Der Frieden im Nahen Osten kann ohne Fortschritt in der syrischen und der libanesischen Richtung nicht allumfassend und dauerhaft sein, sagte der französische Außenminister Bernard Kouchner in einem Interview für die syrische Tageszeitung „Al-Watan“.

    DAMASKUS, 12. Juli (RIA Novosti). Der Frieden im Nahen Osten kann ohne Fortschritt in der syrischen und der libanesischen Richtung nicht allumfassend und dauerhaft sein, sagte der französische Außenminister Bernard Kouchner in einem Interview für die syrische Tageszeitung „Al-Watan“.

    „Ein wahrer Frieden im Nahen Osten kann nicht gerecht und dauerhaft sein, wenn er nicht allumfassend ist und nicht die syrisch-israelische und die libanesisch-israelische Regelung einschließt“, betonte der Außenminister.

    Kouchner, der am Samstag in der syrischen Hauptstadt Damaskus zu einem zweitägigen Besuch eintraf, brachte die Hoffnung auf die Wiederaufnahme der indirekten Verhandlungen zwischen Syrien und Israel zum Ausdruck. Diese Verhandlungen wurden im vorigen Jahr unter Vermittlung der Türkei geführt und nach dem Beginn der israelischen militärischen Operation im Gaza-Streifen im Dezember abgebrochen.

    Der französische Außenminister rief die interessierten Seiten auf, keine Zeit zu verlieren und sich zu bemühen, dass 2009 zu einem Jahr des Friedens werde.

    „Wenn diese Verhandlungen direkt werden, so kann Frankreich in diesem Prozess unter Berücksichtigung seiner guten Beziehungen zu Syrien einerseits und der vertrauensvollen Beziehungen zu Israel andererseits zweifellos seine Rolle spielen“, sagte Kouchner.

    Er rief Israel auf, die Ansiedlungstätigkeit auf den besetzten Territorien vollständig einzufrieren und die Bedingungen für die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Zivilbevölkerung zu erleichtern. Dabei hob Kouchner hervor, dass die Bildung eines unabhängigen palästinensischen Staates, der Schulter an Schulter mit Israel in Frieden und Sicherheit leben würde, die beste Garantie für die Sicherheit Israels in langfristiger Perspektive sei.

    Kouchners Syrien-Reise fiel mit dem Jahrestag des Paris-Besuches von Baschar al-Assad am 12. Juli 2008 und mit der Wiederaufnahme des französisch-syrischen Dialogs nach einer langen Pause zusammen.

    „Wir haben das Vertrauen wiederhergestellt“, sagte Frankreichs Außenminister bei der Bewertung des heutigen Standes der französisch-syrischen Beziehungen und verwies darauf, dass es nunmehr notwendig sei, dieses Vertrauen noch auf wirtschaftlicher Ebene zu realisieren.

    Bei seinen Treffen mit Präsident Baschar al-Assad und Außenminister Walid al-Muallim wird Bernard Kouchner neben bilateralen Beziehungen auch die Entwicklung des Friedensprozesses in der Region sowie die Situation im Irak, in Iran und im Libanon besprechen.

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