03:25 17 Dezember 2017
SNA Radio
    Politik

    EU muss Bemühungen um Schaffung einheitlicher Weltwährung unterstützen - Prodi

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Der bekannte europäische Politiker Romano Prodi, der in der Vergangenheit die Europäische Kommission und die italienische Regierung geleitet hatte, äußerte die Meinung, dass die EU die Bemühungen um die Schaffung einer neuen einheitlichen Weltwährung unterstützen muss.

    ROM, 16. Juli (RIA Novosti). Der bekannte europäische Politiker Romano Prodi, der in der Vergangenheit die Europäische Kommission und die italienische Regierung geleitet hatte, äußerte die Meinung, dass die EU die Bemühungen um die Schaffung einer neuen einheitlichen Weltwährung unterstützen muss.

    In seinem am Donnerstag in der italienischen Zeitung "Il Messaggero" veröffentlichten Beitrag hob er hervor, dass man sich über die diesbezüglichen Forderungen der sich dynamisch entwickelnden Länder, die der G20 angehören, und vor allem Chinas, nicht hinwegsetzen dürfe, weil sich die Welt tatsächlich geändert habe.

    Auf den US-Dollar eingehend, in dem bisher 65 Prozent der Devisenreserven der Welt aufbewahrt werden, verwies Prodi darauf, dass man schon sehen könne, dass die amerikanische Führungsrolle innerhalb eines kurzen Zeitraumes bereits nachgelassen hat.

    "Die USA werden noch eine lange Zeit das stärkste Land der Welt bleiben. Allerdings machen der politische Fehler des Irak-Krieges, die Schwäche der Handelsbilanz und der Umfang der Dollar, die bei Zentralbanken anderer Länder aufbewahrt werden, es viel komplizierter, diese Stärke zu nutzen. Das heißt, die USA können sie allein weder im militärischen noch im Währungsbereich ausspielen", unterstrich Prodi.

    Er verwies auf die positive Bedeutung der Schaffung des Euro, der Europa vor einer katastrophalen Devisenabwertung gerettet habe.

    "Aber in Euro werden heute lediglich 26 Prozent der Devisenreserven der Welt aufbewahrt. Die internationalen Transaktionen erfolgen ungeachtet der ökonomischen Stärke der Eurozone weiter in Dollar", betonte Prodi.

    "Das ist einfach zu erklären: Damit eine Währung als Schlüsselwährung in der Welt festen Fuß fasst, reicht wirtschaftliche Stärke allein nicht aus. Notwendig ist eine politische Kraft, die zu großen Entscheidungen bewegt, die durch die Währung unterstützt und verstärkt werden. Wenn die Situation dergestalt ist, so bin ich der Auffassung, dass es im Interesse der Europäischen Union liegt, die Versuche zur Schaffung einer einheitlichen Weltwährung zu unterstützen", sagte er.

    Prodi verwies darauf, dass dafür eine enorme Arbeit und sehr viel Zeit erforderlich sein werden. Dies wäre jedoch ein weiterer Schritt in Richtung Verhinderung der Wiederholung der Weltwirtschaftskrisen.