03:09 17 Dezember 2017
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    EU kritisiert Medwedew wegen Südossetien-Besuch

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    BRÜSSEL, 16. Juli (RIA Novosti). Der schwedische EU-Vorsitz hat den russischen Präsidenten Dmitri Medwedew wegen seiner Reise nach Südossetien kritisiert. Diese ehemalige Provinz Georgiens war 2008 von Russland als unabhängiger Staat anerkannt worden.

    Die Europäische Union betrachte diesen Besuch als einen Verstoß gegen das Prinzip der territorialen Einheit, der die internationalen Bemühungen um eine Stabilisierung in der Region beeinträchtigen könne, hieß es am Donnerstag in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung. Darin wurde betont, dass die EU die Souveränität und die territoriale Integrität Georgiens unterstütze.

    Medwedew hatte am 13. Juli Südossetien besucht. Er besichtigte kriegszerstörte Gebäude in der Hauptstadt Zchinwali und sicherte dem jungen Kaukasus-Staat weitere Wiederaufbau-Hilfe zu.

    Südossetien hatte sich nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 von Georgien gelöst und existierte viele Jahre als international nicht anerkannter De-facto-Staat. Im vergangenen August schickte Georgien Truppen in seine abtrünnige Provinz, um diese zurückzuerobern. Der Angriff, bei dem die südossetische Hauptstadt Zchinwali weitgehend zerstört wurde, kostete nach südossetischen Angaben Hunderte Zivilisten das Leben. Zehntausende Südosseten mussten nach Russland fliehen.

    Daraufhin entsandte Russland, das viele Jahre Garant der Waffenruhe im Konfliktgebiet war, seine Truppen, um die georgische Armee aus der Region zu drängen. Nach dem Fünf-Tage-Krieg erkannte Russland Südossetien und den anderen De-facto-Staat in Georgien, Abchasien, offiziell an. Georgien brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Russland ab und erklärte Südossetien und Abchasien zu besetzten Gebieten. Westliche Staaten kritisierten Russlands Vorgehen im Kaukasus.