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    Öltransitstopp: Minsk wirft Moskau Umweltverschmutzung vor - "Gazeta"

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    MOSKAU, 23. Juli (RIA Novosti). Das Zivilschutzministerium Weißrusslands hat den Betrieb des weißrussischen Abschnitts der Erdölpipeline Unetscha - Ventspils verboten, die der russischen Gesellschaft Transnefteprodukt, eine Tochterfirma des Konzerns Transneft, gehört, schreibt die Tageszeitung "Gazeta" am Donnerstag.

    Wie Ministeriumssprecher Vitali Nowizki mitteilte, bestand der Grund für diesen Beschluss im nicht zufrieden stellenden technischen Zustand der Leitung.

    Wie aus Transnefteprodukt verlautete, war die Anweisung, den Transit auszusetzen, am 17. Juli ergangen. "Der technische Zustand der Pipeline ist in der Tat schlecht", sagte der PR-Chef des Unternehmens, Ilja Archipow, "Laut einem zuvor mit der weißrussischen Regierung abgestimmten Plan sollen wir bis Ende dieses Jahres 150 Defekte auf 67 Sektionen beseitigen. Aus diesem Grund stellten wir den Transit zweimal im Monat für jeweils vier Tage ein, um die Leitung zu reparieren. Uns ist nicht ganz klar, warum die weißrussische Seite beschlossen hat, vom Plan abzuweichen und den Transit völlig einstellen zu lassen."

    Zahlen, die eventuelle Verluste infolge der Abschaltung charakterisieren würden, wollte er nicht nennen.

    Nach Angaben des Unternehmens beläuft sich der Umfang des Transits russischer Ölprodukte auf diesem Abschnitt auf 200 000 bis 250 000 Tonnen im Monat.

    Im weißrussischen Zivilschutzministerium wurde diese Reaktion des russischen Unternehmens mit Verwunderung aufgenommen. Transnefteprodukt habe bereits am 27. Februar dieses Jahres "die Anweisung bekommen, die besonders großen Leitungsfehler bis zum 17. Juli zu beseitigen", so Nowizki. "In den letzten drei Jahren wurden auf diesem Leitungsabschnitt mehrmals Untersuchungen vorgenommen. Dabei wurden 3 288 diverse Fehler, darunter 1081 akute, festgestellt."

    Wie der Sprecher betonte, waren das gerade die Fehler, die das russische Unternehmen bis zum 17. Juli zu beheben hatte. Im zurückliegenden halben Jahr wurden aber lediglich 22 davon beseitigt. "Der Beschluss, den Transport zu stoppen, wurde aus ökologischen Überlegungen getroffen."

    Janis Jurkans, Chef der Transitbusiness-Vereinigung in Lettland, vertritt indes die Ansicht, dass der Transitstopp politische Gründe hat. Lettland erleide dadurch beträchtliche Verluste, eine Einmischung Rigas in den Streit zwischen beiden Ländern schließt Jurkans jedoch aus.

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