08:42 21 August 2017
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    Eklat bei Präsidentenwahl in Kirgisien: Opposition fordert Stopp des Urnengangs

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    BISCHKEK, 23. Juli (RIA Novosti). Die heutige Präsidentenwahl in Kirgisien ist von einem Eklat überschattet worden. Noch vor dem Schließen der Wahllokale zogen zwei Oppositionskandidaten ihre Kandidaturen zurück. Der Grund seien „Verstöße“ bei der Abstimmung.

    Die Vereinigte Opposition zog ihre Beobachter von den Wahllokalen zurück und forderte eine neue Wahl, nachdem ihr Spitzenkandidat Almasbek Atambajew sowie ein weiterer Anwärter, Schenischbek Nasaralijew, ihren Ausstieg aus dem Wahlrennen angekündigt hatten.

    „Wir halten die Wahl für illegitim und wollen daran nicht mitmachen“, sagte Atambajew auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nasaralijew in Bischkek. Er rief seine Anhänger auf die Straße, um ihn zu unterstützen.

    Laut Atambajew hatten sich am Donnerstag vor dem Gebäude der Kreisverwaltung in der Stadt Balyktschi Menschen versammelt, um gegen „massenhafte Manipulationen“ bei der Wahl zu protestieren. Die Kundgebung sei mit Tränengas und Waffen aufgelöst worden. Wenige Stunden später sei in Balyktschi Atambajews Wahlstabschef im Gebiet-Issykul von der Polizei festgenommen worden.

    Das kirgisische Innenministerium wies die Information über den Einsatz von Tränengas und Waffen in Balyktschi als falsch zurück. Auch lägen keine Angaben über Festnahmen vor, hieß es. Der Sprecher der kirgisischen Wahlleitung, Omurbek Sarbagyschew, sprach den Kandidaten das Recht ab, ihre Kandidatur nach Beginn der Abstimmung zurückzuziehen.

    Um das Präsidentenamt bewerben sich neben dem Amtsinhaber Kurmanbek Bakijew fünf weitere Kandidaten. Seit Beginn des Wahlkampfes in Kirgisien hatten insgesamt 22 Anwärter, größtenteils Arbeitslose, ihre Kandidatur angekündigt. Nur sechs von ihnen konnten alle Auflagen erfüllen und wurden zum Wahlrennen zugelassen. Jeder von ihnen musste unter anderem eine Wahlkaution von umgerechnet rund 2 500 US-Dollar einzahlen, die Prüfung in Kirgisisch bestehen sowie mindestens 50 000 Unterstützerunterschriften vorlegen.

    Der Urnengang wird von mehr als 500 Beobachtern aus 48 Staaten, darunter auch aus Russland, den USA, China und der EU überwacht. Die OSZE-Mission ist mit rund 300 Beobachtern am stärksten vertreten.

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