10:55 24 August 2017
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    Sowjetischer Cambridge-Spion bereut in Memoiren ideologischen Fehler

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    LONDON, 23. Juli (RIA Novosti). Anthony Blunt, einstiges Mitglied des sowjetischen Spionagerings an der Cambridge University, bezeichnet in seinen 25 Jahre nach seinem Tod veröffentlichten Memoiren seine Arbeit für Moskau als „größten Fehler“ seines Lebens.

    Der in den 1930 Jahren entstandene und heute als Cambridge Four bekannte Spionagering sei aus dem Protest junger Briten gegen die Ausbreitung der Nazi-Ideologie in Europa resultiert, zitierte BBC am Donnerstag aus den jüngst offen gelegten Memoiren des 1983 verstorbenen Blunt.

    „Der Enthusiasmus für jede antifaschistische Tätigkeit war so groß, dass ich den größten Fehler meines Lebens begangen habe“, schrieb der Ex-Spion, der während des Zweiten Weltkrieges als MI-5-Mitarbeiter Auszüge aus entschlüsselten deutschen Geheimberichten den Sowjets zugespielt hatte.

    Wie es in der offiziellen Biographie des Agenten auf der Homepage des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR heißt, informierte Blunt unter anderem über die geplante Nazi-Offensive bei Kursk im Jahr 1943 sowie über die Separatverhandlungen Deutschlands mit Großbritannien und den USA von 1943 bis 1944.

    Nun schrieb Blunt, nach dem Krieg sei er von der sowjetischen Ideologie enttäuscht gewesen. Als die Cambridge Four aufflog, wollte er im Gegensatz zu Kim Philby, Donald Duart Maclean und Guy Burgess nicht in die Sowjetunion flüchten.

    Blunt kooperierte mit den britischen Geheimdiensten, sie hielten im Gegenzug seine Akte geheim. Er übergab seine Memoiren der British Library unter der Bedingung, dass sie nicht früher als 25 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht werden.

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