20:44 22 August 2017
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    Ex-Serbenführer Karadzic bezweifelt Angaben zur Opferzahl in Srebrenica

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    Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte Radovan Karadzic bezeichnet die Opferzahl durch die Tragödie in Srebrenica als Lügen.

    MOSKAU, 23. Juli (RIA Novosti). Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte Radovan Karadzic bezeichnet die Opferzahl durch die Tragödie in Srebrenica als Lügen.

    Der ehemalige bosnische Serbenführer hat am Donnerstag laut der französischen Nachrichtenagentur AFP den Internationalen Gerichtshof für Ex-Jugoslawien (ICTY) ersucht, ihm Zugang zu den Ergebnissen der DNS-Tests für die Opfer von Srebrenica zu gewähren.

    Die Internationale Vermisstenkommission (ICMP) hat bisher 6186 Menschen identifiziert, die in Srebrenica getötet worden oder verschollen waren.

    Karadzic, der 13 Jahre lang justizflüchtig war, war im Juli 2008 in Belgrad festgenommen und bald darauf an das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag überstellt worden. Ihm werden Kriegsverbrechen in den Jahren 1992 bis 1995 in Bosnien-Herzegowina, darunter der Genozid gegen 8000 Moslems in Srebrenica im Juli 1995, angelastet.

    Karadzic besteht seinerseits auf einer wiederholten Expertenprüfung der DNS-Proben von den vermutlichen Opfern von Srebrenica.

    "All das, was bis jetzt im Zusammenhang mit den Ereignissen in Srebrenica vorgestellt worden ist, sind Lügen", sagte Karadzic in einer gerichtlichen Vorverhandlung.

    Er bezweifle die Informationen über Tausende von Toten, so Karadzic. "Heute noch finden sich lebende Menschen, deren Namen auf Grabsteinen zu lesen sind", sagte Karadzic. Nach seiner Meinung können unter den Menschen, die als Genozidopfer in Srebrenica gelten, auch solche sein, die in Kämpfen fielen, im Ausland leben oder in den Jahren 1992 und 1993 getötet wurden, aber auch solche, die nur als tot oder vermisst gelten.

    Er sei überzeugt, dass vieles überhöht sei, so Karadzic. "Nach dem Prozess werden sie sehen, wie die Wahrheit aussieht."

    Die Belagerung von Srebrenica, einer vorwiegend von Moslems bewohnten Stadt, durch die von Mladic geführten Truppen gilt als eine der blutigsten Episoden des Krieges von 1992-1995 in Bosnien-Herzegowina. Experten sprechen von rund 8000 Moslems, meist Männer, die getötet wurden bzw. verschollen sind.

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