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    Wahl in Kirgisien: „Es wird Krawalle geben“ (Überblick)

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    Die kirgisische Opposition hat den Ausgang der Präsidentenwahl am Donnerstag nicht akzeptiert. Als sich ein klarer Sieg des derzeitigen Staatschefs abzeichnete, riefen Oppositionsführer zu Massenprotesten auf.

    BISCHKEK, 23. Juli (RIA Novosti). Die kirgisische Opposition hat den Ausgang der Präsidentenwahl am Donnerstag nicht akzeptiert. Als sich ein klarer Sieg des derzeitigen Staatschefs abzeichnete, riefen Oppositionsführer zu Massenprotesten auf.

    Der Chef der kirgisischen Wahlbehörde, Damir Lissowski, sagte am späten Donnerstagabend, die Wahlbeteiligung habe nach vorläufigen Angaben bei ca. 79 Prozent gelegen.

    Noch bevor das offizielle Wahlergebnis bekannt gegeben wurde, meldete die kirgisische Agentur KABAR am Donnerstagabend unter Berufung auf die so genannten Exit-Polls, der derzeitige Staatschef Kurmanbek Bakijew habe 67 Prozent der Stimmen erhalten. Der oppositionelle Spitzenkandidat Almasbek Atambajew bekomme 12,7 Prozent.

    Der russische Experte Alexej Wlassow, der ein analytisches Zentrum für den postsowjetischen Raum an der Moskauer Lomonossow-Universität leitet, bezeichnete den Wahlausgang als „voraussagbar“.

    Die Opposition habe kaum Siegeschancen gehabt. Die regierende Elite sei heute im Gegensatz zu der „Tulpenrevolution“ von 2005 nicht gespalten. Präsident Bakijew habe außerdem mit einer spektakulären Wahlkampagne aufgetrumpft, indem sich die Opposition meistens auf Flugblätter beschränkt habe.

    „Es wird zwar Krawalle geben, es gibt jedoch weder objektive noch subjektive Voraussetzungen für eine Volksrevolution“, sagte Wlassow zu RIA Novosti.

    Das kirgisische Innenministerium meldete am Donnerstagnachmittag, dutzende Anhänger der oppositionellen Sozialdemokratischen Partei hätten versucht, ein Wahllokal und etwas später auch das Bürgermeisteramt der Stadt Balyktschi zu stürmen. Die Polizei habe Blendgranaten eingesetzt und einige Aktivisten, unter ihnen zwei Abgeordnete des kirgisischen Parlaments, vorübergehend festgenommen.

    Die Opposition berichtete über massive Manipulationen. Tatsächlich wurden gefälschte Wahlzettel in einem Wahllokal in der Hauptstadt Bischkek entdeckt. Die Ergebnisse der Abstimmung wurden dort annulliert.

    Oppositionskandidat Atambajew bezeichnete die Wahl als illegitim und rief seine Anhänger auf, sich zu einer Großkundgebung in Bischkek zu versammeln.

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