22:37 22 August 2017
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    Wird Herbstgipfel Russland-EU von Stockholm nach Brüssel verlegt? - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 24. Juli (RIA Novosti). Der Herbst-Gipfel Russland-EU könnte nicht im EU-Vorsitzland Schweden, sondern in Brüssel stattfinden. Das teilten ein Sprecher des Außenministeriums und ein Beamter der russischen Präsidentenadministration der Tageszeitung "Wedomosti" mit.

    Die Beziehungen zwischen Russland und Schweden sind heute dermaßen kühl, dass die Diplomaten beider Seiten eine Variante erörtern, bei der Präsident Dmitri Medwedew nicht nach Schweden reisen muss, werden sie am Freitag von der Zeitung zitiert.

    Moskau betrachte Brüssel als einen neutraleren Ort, sagte ein anonymer schwedischer Regierungsbeamter bereits Anfang Juli in einem AFP-Interview. Damit wurde zugegeben, dass Moskaus Absicht, nicht nach Stockholm zu reisen, keine Neuigkeit für sie ist.

    Zugleich bestätigte der Pressedienst des schwedischen Premiers der "Wedomosti", dass der Gipfel doch in Stockholm stattfinde. Das Terminangebot sei bereits der russischen Seite mitgeteilt worden.

    Der Gipfel sei für den 18. und den 19. November geplant, teilte ein Mitarbeiter des russischen Außenamtes mit. Die Idee einer Verlegung des Gipfels nach Brüssel führten er und ein Kreml-Sprecher darauf zurück, dass der Chef der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, Medwedew seit langem nach Brüssel eingeladen hat, um diesen mit der neuen Zusammensetzung der EU-Kommission bekannt zu machen. Der gedrängte Terminplan des russischen Staatschefs lasse zwei Europa-Besuche innerhalb kurzer Zeit nicht zu.

    "Die EU-Kommission kann eine konkrete Einladung von Barroso an Präsident Medwedew vorerst nicht bestätigen", teilte der Sprecher des Pressedienstes der EU-Kommission in Moskau, Denis Daniilidis, der Zeitung mit.

    Inoffiziell erfuhr "Wedomosti" in der EU-Kommission, dass die Einladung nach Brüssel nach dem Frühjahrsgipfel Russland-EU in Chabarowsk an Russlands Präsident bereits übergeben wurde. Zu einer Abstimmung der Terminpläne sei es aber nicht gekommen, weil es keine 100-prozentige Sicherheit hinsichtlich einer Wiederwahl von Barroso im Herbst gebe.

    Die Spannungen in den Beziehungen zwischen Stockholm und Moskau seien mit der häufigen Kritik Schwedens an der Situation bezüglich der Menschenrechte in Russland verbunden. Wie ein in Europa arbeitender Diplomat der Zeitung mitteilte, haben sich die Beziehungen zwischen beiden Ländern besonders in den letzten anderthalb Jahren verschlechtert. Außerdem sei Schweden der ernsthafteste Gegner der für Russland strategisch wichtigen Gaspipeline Nord Stream.

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