15:55 21 August 2017
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    Bei neuem Nahostkrieg wird Russland nicht abseits stehen können - "Wremja Nowostej"

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    MOSKAU, 24. Juli (RIA Novosti). Vor wenigen Tagen forderten Sergej Lawrow und Hillary Clinton Iran auf, sich mit der Antwort auf die jüngsten Vorschläge der Weltgemeinschaft zu beeilen, schreibt die Zeitung "Wremja Nowostej" am Freitag.

    Besagte Vorschläge betreffen die Regelung des iranischen Nuklearprogramms. US-Außenministerin Clinton wies Teheran warnend darauf hin, dass die Entwicklung von Kernwaffen das Land nicht sicherer machen werde.

    Die iranische Wirtschaft braucht friedliche Atomenergie. Aber in dem Betrieb in Natanz wird mit Volldampf Uran angereichert.

    Dabei hat Iran schon mindestens vier Flüssigtreibstoffraketen getestet, darunter die Shahab-3-Rakete mit einer Reichweite bis zu 1100 Kilometern. "Binnen sechs bis acht Jahren kann Iran eine ballistische Rakete entwickeln, die einen nuklearen Gefechtskopf mit einem Gewicht von einer Tonne über eine Entfernung von 2000 Kilometer ins Ziel bringen könnte" - soweit die Meinung von Experten.

    Am ehesten ist die hypothetische iranische Atombombe eine politische Waffe. "Wir wollten nie Kernwaffen haben, doch haben wir bei der Schaffung einer friedlichen Atomenergiewirtschaft schon solche Erfolge erreicht, dass wir uns notfalls zwecks Abwendung von Gefahren für unsere Sicherheit auch mit solchen Mitteln verteidigen können, bis dahin ist nur ein Schritt geblieben."

    Der Druck der israelischen Öffentlichkeit auf die Staatsführung, etwas zu unternehmen, bevor es zu spät sei, wird unvermeidlich zunehmen, und demgemäß wird auch der Druck dieser Führung auf Israels einzigen Verbündeten, die Vereinigten Staaten, wachsen.

    Im Mai dieses Jahres verlangte der israelische Premier Benjamin Netanjahu bei seinem Washington-Besuch Präsident Barack Obama das Versprechen ab, dass die Amerikaner bis Jahresende die iranische Situation überwachen würden. Wenn aber Irans Nuklearprogramm in seiner heutigen Form fortgesetzt werde, dürfe Israel einen Präventivschlag führen.

    Es liegt im Interesse der USA, Israel von einem solchen Schritt abzuhalten, denn er wäre eine Katastrophe für die US-Politik in der islamischen Welt. Russland würde sich im Falle eines neuen Nahostkriegs vor einer äußerst schweren Wahl sehen.

    Iran wird den Wünschen der Weltgemeinschaft nicht entgegenkommen, solange es sicher ist, dass es innerhalb dieser Gemeinschaft keine Einheit gibt. Die Weltmächte müssen einträchtig einen "sanften Druck" auf Teheran ausüben und nach einem Kompromiss zwischen den extremen Positionen der USA und Irans suchen.

    Sowohl Moskau als auch Washington liegt es daran, dass der Iran keine Kernwaffen besitzt. In anderen Fragen, darunter in Bezug auf die Waffenobergrenzen, mögen zwischen Russland und den USA verschiedene Widersprüche bestehen, doch das wird sie jedoch nicht unbedingt davon abhalten, in puncto Iran-Problem eine abgestimmte Position einzunehmen.

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