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    Russlands Bürger gegen Abtreten der Südkurilen an Japan - Umfrage

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    MOSKAU, 24. Juli (RIA Novosti). Die überwiegende Mehrheit der Bürger Russlands (89 Prozent) sind dagegen, die vier Südkurilen-Inseln an Japan abzutreten. Das hat eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Gesamtrussischen Meinungsforschungszentrums (WZIOM) ergeben.

    Japan erhebt Anspruch auf die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Habomai und geht dabei vom bilateralen Handels- und Grenzvertrag aus dem Jahr 1855 aus, dem zufolge die Staatsgrenze zwischen den Inseln Urup und Iturup gezogen und die heute umstrittenen Inseln als japanisch anerkannt worden waren.

    Nur vier Prozent der russischen Bürger hätten nichts gegen die Übergabe der Inseln an Japan. Weitere sieben Prozent haben keine klare Meinung dazu.

    Laut den Meinungsforschern ist die Zahl der Gegner eines Abtretens der Südkurilen an Japan seit Oktober 1994 gestiegen. Damals hatten 76 Prozent der russischen Bürger diese Idee abgelehnt. Sieben Prozent befürworteten die Abtretung dieser Gebiete an Japan. Weitere 17 Prozent konnten keine eindeutige Antwort geben.

    79 Prozent der Befragten sehen die einzig mögliche Lösung des Konfliktes im Fortbestehen der Inseln im Staatenverband Russlands und in der Beendigung des Streits. Nur drei Prozent sind der Meinung, dass das Abtreten der Inseln an Japan ein Ausweg wäre. Ebenso viele Befragte schlugen vor, nur zwei der vier umstrittenen Inseln an Japan abzutreten. Weitere neun Prozent sprachen sich für eine gemeinsame russisch-japanische Verwaltung der Inseln aus. Nach Auffassung von sechs Prozent der Befragten sollte die Bereinigung des Territorialproblems den kommenden Generationen überlassen werden. Sechs Prozent konnten keine Antwort formulieren.

    Die Kurilen bedeuten für 50 Prozent der russischen Bürger vor allem reiche Bestände an Fischen und anderen Meeresfrüchten sowie Vorräte an Bodenschätzen und an Holz. 43 Prozent der Befragten sehen in den Kurilen einen wichtigen militärischen Vorposten. Nach Meinung von sechs Prozent könnten die Inseln an Japan verpachtet werden. Drei Prozent sehen keinen Wert im Besitz dieser Gebiete, möchten aber aus Prinzip nicht darauf verzichten.

    63 Prozent der Befragten würden eine schlechtere Einstellung zu Dmitri Medwedew haben, wenn sich der Präsident für die Übergabe der umstrittenen Inseln an Japan entschiede. 21 Prozent würden ihre Einstellung zum Präsidenten nicht ändern, während drei Prozent ihn unterstützen würden. 14 Prozent enthielten sich der Antwort.

    Nach Meinung von 40 Prozent der Befragten ist Japan für Russland ein Handels- und Wirtschaftspartner. Zehn Prozent nannten dieses Land einen eventuellen Gegner und einen feindlichen Staat. Weitere 20 Prozent sehen in Japan einen wirtschaftlichen Konkurrenten und Rivalen. Laut neun Prozent ist Japan ein befreundeter Staat und nach Meinung von acht Prozent ein strategischer Partner.

    Die Umfrage wurde am 18. und 19. Juli 2009 mit 1600 Personen in 140 Ortschaften von 42 Gebieten, Regionen und Teilrepubliken Russlands durchgeführt. Der statistische Fehler liegt bei höchstens 3,4 Prozent.

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