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    Französische Experten befürchten neuen bewaffneten Konflikt zwischen Russland und Georgien

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    Ein Jahr nach dem Fünftagekrieg im Kaukasus vom August 2008 befürchten französische Experten und Politikern einen neuen bewaffneten Konflikt zwischen Russland und Georgien.

    PARIS, 05. August (RIA Novosti). Ein Jahr nach dem Fünftagekrieg im Kaukasus vom August 2008 befürchten französische Experten und Politikern einen neuen bewaffneten Konflikt zwischen Russland und Georgien.

    "Zugleich halten sie nach wie vor für unzulässig, dass die territoriale Integrität Georgiens verletzt wird", sagte Laure Delcour, Direktorin der Forschungsprogramme beim Institut für internationale und strategische Beziehungen (IRIS), am Mittwoch in einem RIA-Novosti-Gespräch. Die Expertin erinnerte daran, dass der bewaffnete Konflikt im vergangenen Jahr in vieler Hinsicht dank der Vermittlung des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy beigelegt werden konnte, der im Namen der Europäischen Union (EU) agierte.

    "Russland und die USA haben ihren Dialog wiederaufgenommen. Der jüngste Besuch von US-Präsident Barack Obama in Moskau hätte die Russen in vieler Hinsicht beruhigen sollen, darunter in Bezug auf US-Pläne zur Stationierung von Elementen einer Raketenabwehr in Zentraleuropa." Zudem stehe der Beitritt Georgiens zur NATO im Moment nicht mehr auf der Tagesordnung, sagte Delcour weiter.

    Viele Experten und Politiker seien jetzt darüber erstaunt, dass die Seiten (Russland und Georgien) keine Lehren aus dem Konflikt vom Vorjahr gezogen hätten und es ein Risiko einer neuen bewaffneten Konfronation gebe. "Wir hatten eine ähnliche Situation mit Deutschland gehabt, als Elsaß und Lothringen mehrmals den Besitzer wechseln mussten. Alle hatten dadurch gelitten, alle hatten Fehler begangen. Aber irgendwann muss man eine neue Phase der Beziehungen akzeptieren, es gilt, Konflikte zu vermeiden, koste es was es wolle."

    Laut Frau Delcour heben französische Medien weiterhin hervor, dass gerade Georgien es war, das Südossetien überfallen hatte. Zugleich sei die Antwort Russlands unangemessen hart gewesen. "Für französische Analysten ist nicht akzeptabel, wie die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens anerkannt wurde, weil dies unter Verletzung der territorialen Integrität Georgiens getan wurde ... Dabei wurde die Politik von (Präsident Michail) Saakaschwili in Frankreich nie sonderlich unterstützt", sagte die Expertin.

    Nach Angaben des russischen Generalstabes wurden nach dem August-Krieg von 2008 mehr als 120 Provokationen Georgiens gegen Abchasien und Südossetien registriert. Die Spannungen nahmen in den letzten Tagen deutlich zu: Das russische Verteidigungsministerium meldete Beschüsse südossetischer Siedlungen durch Georgien. Seinerseits behauptet Georgien, dass Südossetien georgische Dörfer im Grenzgebiet unter Beschuss nimmt.

    Präsident Saakaschwili rief die USA und die EU in französischen Medien auf, Russland zu beeinflussen, damit Moskau auf seinen Kurs zur Schürung der Spannungen verzichtet. Moskau sei bereit, einen neuen Militärkonlikt zu beginnen, behauptete Saakaschwili.

    In der Nacht zum 8. August 2008 hatten die georgischen Truppen Südossetien überfallen. Zum Schutz der eigenen Friedenssoldaten sowie der Zivilbevölkerung der Republik verlegte Russland Einheiten der regulären Armee in die Region und vertrieb die georgischen Truppen bis hin ins georgische Kernland. Ende August erkannte Moskau die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens von Georgien an.

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