13:13 04 April 2020
SNA Radio
    Politik

    Massaker von Beslan: Ehemalige Geiseln klagen vor Straßburger Menschenrechtsgericht

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 01
    Abonnieren
    BESLAN, 01. September (RIA Novosti). Fünf Jahre nach dem blutigen Geiseldrama von Beslan haben ehemalige Geiseln drei Klagen gegen russische Behörden beim Menschenrechtsgericht in Straßburg eingereicht.

    Wie die Vorsitzende der gesellschaftlichen Organisation „Mütter von Beslan“, Susanna Dudijewa, am Dienstag mitteilte, betrifft die erste Klage der Geiseln die Verletzung ihres vom Staat geschützten Rechts auf Leben und auf eine objektive Ermittlung sowie auf den Zugang zu den Ermittlungsunterlagen. Einige Geschädigte werfen den Behörden zudem vor, die Geiselnahme nicht verhindert und damit ihr Foltern durch die Terroristen ermöglicht zu haben.

    Die zweite Klage richte sich gegen den ehemaligen Innenminister Nordossetiens, Kasbnek Dsantijew, dem die ehemaligen Geiseln Inkompetenz anlasten. „Die russischen Gerichte haben unsere Klage ohne Antwort gelassen, deshalb klagen wir jetzt in Straßburg“, sagte Dudijewa.

    Die dritte Klage betreffe den Freispruch von Polizisten, auf dessen Zuständigkeitsgebiet die Terroristen sich auf den Angriff vorbereitet hatten, durch ein russisches Geschworenengericht. Den Ordnungshütern war Fahrlässigkeit zur Last gelegt worden, doch die Geschworenen sprachen sie frei. Sie erwarte, dass das Straßburger Gericht die Klagen bereits im kommenden Jahr verhandle, sagte Dudijewa.

    Vor fünf Jahren war die russischen Teilrepublik Nordossetien (Nordkaukasus) von einem grausamen Terrordrama erschüttert worden. Am 1. September 2004, dem traditionell ersten Schultag in Russland, hatten Terroristen in einer Schule dieser Stadt 1 128 Kinder und Erwachsene in ihre Gewalt gebracht. Bei der Terroraktion kamen insgesamt 335 Menschen, darunter 186 Kinder, ums Leben.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    USA fangen Berliner Bestellung für Schutzmasken ab – Bericht
    Russisches Fachpersonal beobachtet merkwürdige Todesfälle in Lombardei – Zeitung
    „Unsere Zahlen sind Unsinn“ – Deutscher Chef des Weltärztebundes über Corona-Krise
    Russische Resolution über Abschaffung von Sanktionen im UN-Sicherheitsrat blockiert