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    Russischer Experte hält Obamas neue Raketenabwehrstrategie für Mogelpackung

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    US-Raketenabwehr in Europa kann vertagt werden (89)
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    Während die russische Regierung die neuen Pläne für den US-Raketenschild (ABM) in Osteuropa begrüßt, vermutet Militärexperte Leonid Iwaschow dahinter einen Trick.

    MOSKAU, 18. September (RIA Novosti). Während die russische Regierung die neuen Pläne für den US-Raketenschild (ABM) in Osteuropa begrüßt, vermutet Militärexperte Leonid Iwaschow dahinter einen Trick.

    Mit der Stationierung ihrer Abfangraketen auf Schiffen in Nordeuropa würden sich die USA vor den russischen Langstreckenraketen absichern wollen, die im Kriegsfall über den Nordpol fliegen würden, sagte Leonid Iwaschow, Präsident der Moskauer Akademie für geopolitische Probleme und ehemaliger Chef der Hauptverwaltung für internationale Zusammenarbeit im russischen Verteidigungsministerium, am Freitag.

    Am gestrigen Donnerstag hatte US-Präsident Barack Obama eine Überarbeitung der bisherigen Raketenabwehr-Strategie für Europa angekündigt, um Russland zu beschwichtigen. Verteidigungsminister Robert Gates stellte später richtig, Amerika verzichte nicht auf das ABM-System in Europa. Statt in Polen sollen die Abfangraketen auf Kriegsschiffen in Süd- und Nordeuropa stationiert werden.

    „Die Position der USA in Bezug auf die Raketenabwehr in Europa hat sich nicht geändert“, kommentierte Iwaschow. Ihm zufolge sind die Aegis-Waffensysteme, die auf Schiffen installiert werden sollen, gegen russische Atomraketen gerichtet. „Wenn das System in Polen unsere ballistischen Raketen überall innerhalb der Reichweite hätte vernichten können, können die Aegis, wenn sie etwa in der Barentssee oder näher am Nordpol installiert sind, die Raketen nur vor dem Eintreten in die Umlaufbahn abfangen.“

    Mit der Aufstellung der seegestützten Raketenabwehrsysteme in Nordeuropa würden die USA den meisten russischen Raketen, die vom Festland und von U-Booten im Nordpolarmeer aus abgefeuert würden, die Flugbahn absperren, sagte der Experte. Aus ihrem „Zugeständnis“ an Russland wollten die USA politische Dividende schlagen. „Die politische Taktik der USA lautet: ein Problem schaffen, es zuspitzen, dann davon Abstand nehmen und im Gegenzug von betroffenen Seiten Zugeständnisse fordern.“

    Das, was die Amerikaner Zugeständnis nennen, „ist in der Tat wieder eine Lüge“, sagte Iwaschow. Mit dem Verzicht auf den Raketenschild in Osteuropa würden die USA mehrere Zwecke verfolgen: Wenn Russland in Sachen Iran nachgäbe, würde das seine Beziehungen mit Teheran aber wahrscheinlich auch mit Peking belasten. Zugleich würden neue ABM-Pläne die Beziehungen der USA mit den europäischen Nato-Staaten verbessern.

     

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