13:05 16 Oktober 2018
SNA Radio
    Politik

    Irans geschicktes Spiel mit dem Westen - Russlands Presse

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Iran hat sich überraschend bereit erklärt, Uran im Ausland zu kaufen. Darauf beschloss der Westen, sich vorerst nicht mit neuen Sanktionen zu befassen. Darüber berichten russische Zeitungen am Freitag.

    MOSKAU, 02. Oktober (RIA Novosti). Iran hat sich überraschend bereit erklärt, Uran im Ausland zu kaufen. Darauf beschloss der Westen, sich vorerst nicht mit neuen Sanktionen zu befassen. Darüber berichten russische Zeitungen am Freitag.

    Teheran begann die Vorbereitung zum gestrigen Treffen der Sechser-Gruppe (UN-Vetomächte plus Deutschland) mit dem iranischen Atomunterhändler Said Jalili in Genf mit Provokationen. Am vergangenen Freitag hatte Iran verkündet, in Qom einen zweiten Uranaufbereitungsbetrieb zu bauen.

    Anfang dieser Woche testete Iran dann mehrere Raketen. Doch einen Tag vor dem Treffen milderte sich der Ton auf beiden Seiten.

    Präsident Mahmud Ahmadinedschad sprach am Mittwoch erstmals von dem Wunsch Irans, angereichertes Uran in Drittländern zu kaufen: Jetzt ist Teheran bereit, 3,5-prozentiges Uran zu liefern, um 19,75-prozentiges angereichertes Uran zurück zu bekommen.

    Dann sagte Ahmadinedschad erstmals, er sei zu direkten Verhandlungen mit US-Präsident Barack Obama bereit. Das ist seit 30 Jahren die erste Geste dieser Art der iranischen Führung gegenüber den USA. Washington nahm sie positiv auf.

    Iran blickt seit langem auf Nordkorea und fühlt sich zu ähnlichen Provokationen und zur Übertreibung der Erfolge seines Nuklearprogramms motiviert - um dieses "teurer zu verkaufen", wie Anton Chlopkow, Direktor des Moskauer Zentrums für Energie und Sicherheit, erklärt.

    Dabei richtet Iran die meisten seiner Vorschläge an den Westen: Dort winken die größten "Leckerbissen": Investitionen, die Kooperation in der Öl- und Gasindustrie und in der Zivilluftfahrt.

    Auch Irans Vorschlag über den Kauf von angereichertem Uran gelte den USA, betont der Experte. Doch hätten die USA das so genannte 123-Abkommen mit Iran nicht unterzeichnet, das die Zusammenarbeit im atomaren Bereich erlaubt.

    Deutschland habe vor kurzem ein ähnliches Abkommen aufgekündigt, und Frankreich werde aus politischen Motiven heraus kaum darauf eingehen.

    Russland könnte Iran angereichertes Uran verkaufen, früher schlug Moskau bereits vor, Iran den Brennstoff für das Atomkraftwerk aus dem internationalen Zentrum in Angarsk (Sibirien) zu liefern, doch habe Teheran bisher vom Angebot keinen Gebrauch gemacht, berichtet der Experte.

    "Die angedrohten Sanktionen erschrecken die Iraner nicht allzusehr", findet Alexander Pikajew, Leiter der Abteilung Abrüstung und Konfliktregelung am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Wissenschaftsakademie. "Die einseitigen US-Sanktionen wirken nicht mehr, und letztendlich hängt die Zukunft der Sanktionen von Ländern ab, die ernste Wirtschaftsinteressen in Iran haben: von China, Indien und Japan, die jedoch nicht bereit sind, sich künstlich Wirtschaftsprobleme zu schaffen."

    Quellen: "Wedomosti", "Moskowski Komsomolez" vom 02.10.09.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren