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    Nato-Chef: Südossetien-Bericht ohne Folgen für Beitrittsperspektiven Georgiens - MEHR

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    Die Schlussfolgerung der Tagliavini-Kommission, wonach Georgien am Südossetien-Krieg schuld ist, hat laut Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen keinerlei Folgen für die Beitrittsperspektiven Georgiens zum Nordatlantikpakt.

    BRÜSSEL, 07. Oktober (RIA Novosti). Die Schlussfolgerung der Tagliavini-Kommission, wonach Georgien am Südossetien-Krieg schuld ist, hat laut Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen keinerlei Folgen für die Beitrittsperspektiven Georgiens zum Nordatlantikpakt.

    Der Bericht der Ermittlungskommission unter Leitung der Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini habe keine Auswirkungen auf die bereits getroffenen Entscheidungen der Nato, sagte Rasmussen am Mittwoch in Brüssel. Georgien und die Ukraine werden in Zukunft in die Nato aufgenommen, wie dies der Gipfel des Bündnisses 2008 in Bukarest beschlossen habe.

    Rasmussen forderte Russland und Georgien, deren Beziehungen nach dem Südossetien-Konflikt auf Tiefpunkt sind, auf, sich der Zukunft zuzuwenden. „Ich rufe alle Seiten zur Zurückhaltung und zum Verzicht auf Schritte auf, welche die Spannungen in der Region schüren können“, sagte der Nato-Generalsekretär. Er kritisierte die Anerkennung von Südossetien und Abchasien durch Russland ein Verstoß gegen das Völkerrecht.

    Im August vergangenen Jahres hatte Georgien Truppen in seine seit 1991 abtrünnige Provinz Südossetien geschickt, um diese zurückzuerobern. Als erste waren russische Friedenssoldaten dem Nachtangriff, bei dem die Provinzhauptstadt Zchinwali weitgehend zerstört wurde, zum Opfer gefallen. Der Überfall kostete nach russischen Angaben 162 Zivilisten und 15 russischen Friedenssoldaten das Leben. Zehntausende Südosseten mussten nach Russland fliehen.

    Daraufhin entsandte Russland, das viele Jahre Garant der Waffenruhe im Konfliktgebiet war, seine Truppen, um die georgische Armee aus der Region zu drängen. In westlichen Medien wurde der Konflikt zunächst als Angriff Russlands auf Georgien dargestellt. Nach dem Krieg erkannte Russland Südossetien und den anderen de-facto-Staat in Georgien, Abchasien, offiziell an. Georgien brach daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Russland ab und erklärte Südossetien und Abchasien zu besetzten Gebieten.

    Westliche Staaten stellten sich hinter Georgien und warfen Russland "Aggression" vor. Dennoch wurden auch im Westen die Stimmen für eine Untersuchung der Ereignisse in Südossetien immer lauter. Am 2. Dezember 2008 nahm eine von Tagliavini geleitete internationale Kommission unter der EU-Schirmherrschaft ihre Arbeit auf. Ihr Anliegen war, unparteiisch die Ursachen und Umstände des Konfliktes zu klären.

    Am Mittwoch vergangener Woche veröffentlichte die Kommission ihren über 1100 Seiten umfassenden Bericht. Darin heißt es, dass russische, südossetische und abchasische Kampfverbände erst nach dem Angriff der georgischen Streitkräfte auf Zchinwali und anliegende Gebiete eingriffen und die georgische Invasion in Südossetien gestoppt hatten.

     

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