02:34 20 August 2017
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    Richtungswahlen? Russland muss der Ukraine Zeit lassen - "Kommersant"

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    In der Ukraine beginnt erneut ein Wahlkampf, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    MOSKAU, 20. Oktober (RIA Novosti). In der Ukraine beginnt erneut ein Wahlkampf, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Dienstag.

    Diesmal geht es um das Präsidentenamt. Alexej Malaschenko, Experte des Moskauer Carnegie-Zentrums, äußert seine Meinung zur Entwicklung in der Ukraine. Wer von den zahlreichen Anwärtern auch gewinnen möge, schreibt er, würden sich die Situation in der Ukraine und seine Politik grundsätzlich nicht ändern. Die Ukraine wird weiter in Richtung Europa driften.

    Die Zeiten der "Orange Revolution" sind vorüber, der wichtigste Markstein liegt hinter den Politikern. Die im postsowjetischen Raum populäre Politik "nach allen Richtungen hin" bedeutet für Kiew die gleiche Entfernung von dem russischen Osten und dem europäischen Westen, jedoch mit größerer Neigung zum letzteren. Ein Zurück gibt es nicht.

    All das, was sich in den letzten fünf Jahren in den russisch-ukrainischen Beziehungen zugetragen hat, darf in keinem Fall als eine Niederlage Moskaus beurteilt werden. Es ist die Zeit gekommen zu verstehen, dass die Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik endgültig Geschichte ist. Was besteht, ist ein qualitativ anderer Staat und es sollten die Beziehungen zu ihm nicht umgestaltet, sondern neu aufgebaut werden. Es ist in Betracht zu ziehen, dass die nationalen Interessen der Ukraine mit den russischen nicht unbedingt zusammenfallen müssen, ja in Widerspruch dazu geraten können.

    Zweckmäßig für Russland wäre eine Abwartehaltung gegenüber der Ukraine bei gleichzeitiger wohlgemeinter Nichteinmischung. Wie die Erfahrungen der bisherigen ukrainischen Wahlen zeigen, bringt eine zu große Betriebsamkeit der einheimischen Abgeordneten und Polittechnologen Russland mehr Schaden als Nutzen. Jeder äußerer Druck könnte die ukrainischen Politiker dazu bewegen, ihre "Treue zu den nationalen Interessen" zu demonstrieren und deren Gegensätzlichkeit in Bezug auf die Beziehungen zu Russland hervorzuheben.

    Bemerkenswerterweise erwarten auch die Europäer von der Ukraine keine radikalen Wendungen. Sie gehen davon aus, dass Kiew ihnen sowieso nicht aus der Hand gleite und dass die Integration der Ukraine in Europa nur eine Frage der Zeit sei.