01:46 19 August 2017
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    Estnische Parlamentarier gegen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream

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    Parlamentarier in der baltischen Republik Estland wollen gegen die geplante Gasleitung Nord Stream zwischen Russland und Deutschland werben.

    TALLINN, 20. Oktober (RIA Novosti). Parlamentarier in der baltischen Republik Estland wollen gegen die geplante Gasleitung Nord Stream zwischen Russland und Deutschland werben.

    Der Umwelt-, der Wirtschafts- und der Auswärtige Ausschuss des Parlaments in Tallinn hat einen Gesetzentwurf vorbereitet, in dem unter anderem auf negative Umweltfolgen durch die Realisierung des Projekts hingewiesen wird. Das teilte die Pressestelle des Parlaments am Dienstag in Tallinn mit.

    In der Parlamentssitzung vom 15. Oktober hatten Abgeordnete erklärt, dass der Betreiberkonzern Nord Stream das Umweltrisiko unterschätzt und die Besonderheit der Ostsee als eines sensiblen Öko-Systems nicht berücksichtigt. Die Pipeline wird nicht in Territorialgewässern Estlands gebaut. Aber Tallinn will die Länder über seine Position informieren, durch deren Territorien die künftige Gaspipeline verlaufen wird.

    Die Ostsee-Pipeline soll von der russischen Portowaja-Bucht nahe Wyborg an der Grenze zu Finnland bis nach Greifswald an der deutschen Ostseeküste gebaut werden und durch die Wirtschaftsgewässer von Finnland, Schweden und Dänemark führen. Der erste 1220 Kilometer lange Strang mit einer Jahreskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter soll mit einjähriger Verspätung 2011 in Betrieb genommen werden. Nach der Fertigstellung des zweiten Stranges soll die Kapazität künftig auf 55 Milliarden Kubikmeter im Jahr steigen.

    Gazprom hält 51 Prozent der Anteile am Projektbetreiber Nord Stream. Die deutschen Gesellschafter BASF und E.ON hatten jeweils 4,5 Prozent ihrer 24,5-prozentigen Anteile an Nord Stream dem niederländischen Versorger Gasunie abgetreten. Im April 2009 nahmen die Gesellschafter Verhandlungen mit dem französischen Energiekonzern GdF Suez über dessen Einstieg in das Projekt auf.