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    Medwedew lanciert neues Diskussionsthema - Reduzierung der Zeitzonen in Russland

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    Präsident Dmitri Medwedew hat am Donnerstag in seiner Jahresbotschaft an das russische Parlament im Kreml vorgeschlagen, die Zahl der Zeitzonen in Russland zu reduzieren und den Nutzen der Zeitumstellung auf Winter- und Sommerzeit zu prüfen.

    MOSKAU, 12. November (RIA Novosti). Präsident Dmitri Medwedew hat am Donnerstag in seiner Jahresbotschaft an das russische Parlament im Kreml vorgeschlagen, die Zahl der Zeitzonen in Russland zu reduzieren und den Nutzen der Zeitumstellung auf Winter- und Sommerzeit zu prüfen.

    "Hier müssen wir alle Vor- und Nachteile vergleichen... Und ich hoffe, dass die Experten uns objektive Antworten dazu geben werden", sagte Medwedew.

    Der Rektor der Wirtschaftsuniversität Wladiwostok, Professor Gennadij Lazarew, hatte Ende Oktober vorgeschlagen, die Zahl der Zeitzonen von elf auf vier zu reduzieren und nur die Zeitzonen Kaliningrad, Moskau, Ural und Sibierien zu behalten. Somit würde der Zeitunterschied zwischen Wladiwostok und Moskau statt sieben nur noch vier Stunden ausmachen. Lazarew zufolge kann dieser Übergang drei Jahre in Anspruch nehmen.

    Die heutige Weltzeit hatte der kanadische Ingenieur Standford Flaming in den 1880er Jahren erfunden. 1884 unterschrieben 26 Staaten ein Abkommen über die Zeitzonen. Das System der Weltzeit basiert auf einer theoretischen Unterteilung der gesamten Weltkugel in 24 Zeitzonen zu je 15 Grad. Der Zeitunterschied zwischen den Zonen beträgt eine Stunde. Der Greenwitch-Nullmeridian, der durch London verläuft, ist der Abzählpunkt für alle Zeitzonen.

    Praktisch liegen die Zeitgrenzen nicht strikt an den Meridianen, sondern sind staatlich bedingt. Die Breite einer Zeitzone in verschiedenen Staaten und sogar in einem Land kann sich stark von der geometrischen Unterteilung unterscheiden.

    Seit 1919 erstreckt sich Russland auf elf Zeitzonen.

    Es wird bisher gestritten, ob der Wechsel zur Winter- und Sommerzeit gesundheitsschädlich ist. Einige Forscher sind der Meinung, dass dieser Wechsel kaum zur Verschlimmerung von Krankenheiten führen kann. Andere glauben, dass dieser Prozess den Biorhytmus einiger Kranker stört und zu gesundheitlichen Schäden führt.

    Der Hauptinternist Russlands Alexander Tschutschalin sagte RIA Novosti vor dem Übergang zur Winterzeit, dass dies keineswegs eine Änderung des Biorhytmus verursachen könne. Ihm zufolge sind Drogensucht, Rauchen und Alkoholismus dagegen tatsächliche Probleme.

    Nach Angaben schwedischer Wissenschaftler besteht in der ersten Woche nach dem Übergang zur Sommerzeit ein höheres Risiko für Herzinfarkte, während der Wechsel zur Winterzeit Ende Oktober, der eine zusätzliche Stunde Schlaf gewährt, dieses Risiko für einen Tag, den Montag, nach der Zeitumstellung, senkt.

    Laut dem Präsidentenberater Arkadij Dworkowitsch ist es noch zu früh, über eine Zusammenlegung von Zeitzonen zu sprechen. Über diese Frage werde noch einige Jahre diskutiert. "Es ist noch zu früh zu sagen, ob diese Verschmelzung überhaupt zustande kommt", sagte Dworkowitsch.

     

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