14:56 26 September 2017
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    Russland laviert zwischen USA und Iran – „RBC Daily“

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    Der Neustart in den russisch-amerikanischen Beziehungen hat dazu geführt, dass der Zustand und die Perspektiven des Verhältnisses zwischen Moskau und Iran mit jedem Tag immer mehr Fragen hervorrufen, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Mittwoch.

    MOSKAU, 18. November (RIA Novosti). Der Neustart in den russisch-amerikanischen Beziehungen hat dazu geführt, dass der Zustand und die Perspektiven des Verhältnisses zwischen Moskau und Iran mit jedem Tag immer mehr Fragen hervorrufen, schreibt die Zeitung „RBC Daily" am Mittwoch.

    Präsident Dmitri Medwedew deutet an, dass Russland möglicherweise die Sanktionen gegen die Islamische Republik unterstützen werde, die Inbetriebnahme des Atomkraftwerks in Buschehr verzögert sich wieder einmal, genauso wie die Lieferungen von russischen S-300-Luftabwehrraketen an Teheran. Das alles untergräbt Irans Vertrauen zu Russland.

    Nach dem Verzicht der USA auf Raketenabwehr-Stationierung in Europa und Annäherung der Positionen zum neuen START-Vertrag sei Russland bereit, auf seine Neutralität bei der Iran-Frage zu verzichten und sich endgültig auf die Seite des Westens zu stellen, sagt Radschab Safarow, Generaldirektor des Zentrums für die Erforschung des modernen Iran. Moskau und Washington seien quasi auf einen Tauschhandel eingegangen, sagt der Experte.

    Moskau besteht bislang darauf, dass alle Gespräche über das Fallenlassen des Iran „gekünstelt" seien. „Es gibt keinerlei Verbindung zwischen den Verhandlungen zum iranischen Nuklearprogramm und der Errichtung des Atomkraftwerks", sagte gestern der russische Außenminister Sergej Lawrow. „Es geht hier keinesfalls um Politik, nur um die Lösung von technischen Fragen."

    Experte Alexander Sotnitschenko vom Sankt Petersburger Zentrum für die Nahost-Forschung hält die Gespräche über ein Fallenlassen des Iran ebenfalls für verfrüht. „Moskau versucht, zwischen den USA und Iran zu manövrieren, sendet widersprüchliche Signale, zögert die endgültige Entscheidung hinaus und hat Angst, sich an eine Partei anzuschließen, um die Beziehungen zur anderen nicht zu verderben", sagt der Experte. „Doch sowohl der Iran als auch der Westen sind des Wartens auf Russlands Entscheidung schon müde."

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