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    Russland muss mehr Augenmerk auf Asien richten – „Nesawissimaja Gaseta“

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    Der APEC-Gipfel in Singapur hat gezeigt, dass die Zeit des engstirnigen Europazentrismus unwiderruflich vorbei ist, schreibt Experte Alexej Fenenko vom Institut für internationale Sicherheitsfragen für die „Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    MOSKAU, 18. November (RIA Novosti). Der APEC-Gipfel in Singapur hat gezeigt, dass die Zeit des engstirnigen Europazentrismus unwiderruflich vorbei ist, schreibt Experte Alexej Fenenko vom Institut für internationale Sicherheitsfragen für die „Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Die gegenwärtigen Tendenzen bringen eine Reihe von Problemen hervor und fordern von Russland, die Rolle dieses Forums, das Moskau traditionell als Mechanismus für die Heranziehung von Investitionen in die Entwicklung Sibiriens und des Fernen Ostens sieht, grundsätzlich neu einzuschätzen.

    Die Zeit ist reif, dass Russland sich Gedanken über eine komplexe außenpolitische Strategie in der Asiatisch-Pazifischen Region macht.

    Die erhöhte Aufmerksamkeit der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft auf den Umweltschutz lässt die Frage über den Wandel der Energiebalance der asiatisch-pazifischen Staaten aufkommen. 2007 führte dieselbe Frage zu Komplikationen in den amerikanisch-chinesischen Beziehungen, weil China sich weigerte, den Kohleverbrauch zu senken.

    Doch kann dieses Problem auch für Russland unangenehm werden. Moskau plant, die Lieferungen von Energieträgern nach Ostasien zu erhöhen. Die Erörterung dieses Problems in der APEC kann theoretisch zur Blockierung von groß angelegten Investitionsprojekten führen.

    Das strategische Ziel der APEC, die Liberalisierung des Außenhandels, führt zur Schwächung des Zollsystems. Es wird komplizierter werden, die Warenströme in die russischen Fernost-Regionen zu kontrollieren. Es wird Probleme mit den protektionistischen Maßnahmen zur Förderung der russischen Automobil- oder Stahlindustrie geben. Auch die Kontrolle der Behörden über die Einwanderungspolitik und das Grenzkontrollsystem wird geschwächt werden.

    Russland muss die Integrationsprojekte in der Asiatisch-Pazifischen Region vom Standpunkt der effizienten Kontrolle über die Fernost-Gebiete betrachten. In Asien liegen zwei Drittel des russischen Terrains und die größten Bodenschatzvorkommen. Doch diese Fragen sind bislang noch am Rand öffentlicher Diskussionen.

    Die unzureichende Aufmerksamkeit für die Angelegenheiten in der pazifischen Region ist alarmierend. Russland widmet den Ergebnissen des Falls der Berliner Mauer oder den russisch-polnischen Beziehungen weitaus größere Aufmerksamkeit. Wird die öffentliche Meinung es schaffen, Russland als Pazifik-Macht aufzufassen?

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