03:06 17 Dezember 2017
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    Putin lobt Gas-Konsens und spottet über Saakaschwili (Zusammenfassung)

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    Wladimir Putin und Julia Timoschenko haben bei ihrem Treffen eine gemeinsame Sprache gefunden: Sie versprachen, ohne Sanktionen und Transitengpässe bei den Gas-Deals auszukommen und scherzten über politische Opponenten.

    JALTA, 20. November (RIA Novosti). Wladimir Putin und Julia Timoschenko haben bei ihrem Treffen eine gemeinsame Sprache gefunden: Sie versprachen, ohne Sanktionen und Transitengpässe bei den Gas-Deals auszukommen und scherzten über politische Opponenten.

    Erst in der Nacht zum Freitag traten der russische Regierungschef und seine ukrainische Amtskollegin nach einem langen Gespräch unter vier Augen in der Krim-Stadt Jalta vor die Journalisten. Sie verkündeten einen Kompromiss bei den Gaslieferungen, der die Ukraine und Europa vor neuen Gasengpässen bewahren soll.

    Laut Putin gewährt Russland im kommenden Jahr der Ukraine keinen Preisnachlass mehr bei seinen Gaslieferungen. Aber auch Russland bekomme keinen Rabatt bei Transitgebühren. „Der Transitpreis steigt somit um rund 60 Prozent“, so Putin.

    Trotz des geltenden Take-or-Pay-Vertrages werde Russland die Ukraine gegenwärtig nicht für die Unterschreitung der bestellten Gasmengen bestrafen. „Gazprom hat direkte Anweisungen, ich habe sie heute wieder bestätigt: Es wird keine Sanktionen geben“, sagte Putin.

    Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hatte zuvor gesagt, er befürchte Sanktionen in Milliardenhöhe: Die Ukraine hatte 40 Milliarden Kubikmeter Gas für das laufende Jahr in Russland bestellt, wird aber offenbar nur 25 Milliarden davon abnehmen.

    Timoschenko lobte den Gasvertrag mit Russland als „wirklich marktwirtschaftlich“. Es werde keine erneuten Transitengpässe geben: "Kiew wird seinen Transitverpflichtungen zur Durchleitung von russischem Gas für die Kunden in Europa strikt erfüllen".

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    Putin äußerte: „Es ist uns angenehm, mit Timoschenkos Regierung zu arbeiten. Aus meiner Sicht sind die Beziehungen zwischen Russland und der Ukraine im Laufe unserer Zusammenarbeit stabiler geworden“.

    Weniger schmeichelhaft war Putins Äußerung über Juschtschenko, der am Donnerstag seinen georgischen Amtskollegen und Gevatter Michail Saakaschwili in Kiew empfangen hatte.

    Der russische Premier riet den beiden Präsidenten, ein Abendessen ohne Krawatten zu veranstalten, damit diese Kleidungsstücke nicht verzehrt werden. Putin deutete dabei auf Saakaschwilis Auftritt im britischen Fernsehen hin, als dieser äußerst nervös an seiner Krawatte kaute. Timoschenko, die mit ihrem künftigen Wahlgegner Juschtschenko auch im Clinch liegt, legte noch nach: „Ich bin heute auf jeden Fall ohne Krawatte“.