23:33 11 Dezember 2017
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    Die neue Führung der Ukraine muss Kaukasus-Politik ändern - "Kommersant"

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    MOSKAU, 20. November (RIA Novosti). In den vergangenen Jahren hat die Ukraine ihre außenpolitischen Aktivitäten im Kaukasus stark intensiviert. Das stellt der Politologe Sergej Markedonow am Freitag in der Zeitung "Kommersant" fest.

    In Russland führt man diese Aktivitäten üblicherweise auf die GUAM (Bündnis von Georgien, Ukraine, Aserbaidschan und Moldawien) als eine Art Alternative für die GUS oder auf die gemeinsamen Interessen der Anführer der beiden „bunten Revolutionen", Viktor Juschtschenko und Michail Saakaschwili, zurück. Aber in Wirklichkeit geht es nicht nur um die typologische Ähnlichkeit der in Moskau unbeliebten Präsidenten.

    Bei genauerer Betrachtung des Problems stellt sich heraus, dass Kiews wichtigste Positionen noch lange vor der „Orange Revolution" und der GUAM-Entstehung, während der Präsidentschaft Leonid Krawtschuks und Leonid Kutschmas formuliert wurden.

    Die Ukraine positioniert sich sowohl als geopolitischer Magnet für die Schwarzmeer-Staaten als auch als Triebfeder beim Anschluss an euroatlantische Strukturen. Außerdem ist der Anspruch der Ukraine offensichtlich, die Rolle eines alternativen (oder wenigstens zusätzlichen) Friedensstifters und Verbreiters von eigenen Erfahrungen von sozialpolitischen Reformen in der Region zu spielen, die sich von den russischen unterscheiden.

    Doch im Gegensatz zum jetzigen ukrainischen Präsidenten lösten seine Vorgänger, die ihre eigenen Ansichten bezüglich der Kaukasus-Probleme hatten, keine Konfrontationen mit Moskau aus. Das taten sie nicht wegen ihrer besonderen Zuneigung zu Russland, sondern wegen ihres Selbsterhaltungstriebs.

    Ein Staat mit „unvollständiger Identität" darf die Meinung seiner Bürger nicht ignorieren, die nicht nur keinen Konflikt mit Russland riskieren wollen, sondern es auch für ihre „zweite Heimat" halten.

    Eine „gespaltene Gesellschaft" kann allerdings eigene Ansichten haben, die mit der Position Russlands nicht unbedingt übereinstimmen. Sie kann Moskau sogar für die „Unterstützung der Separatisten" kritisieren. Sie kann sich jedoch keine Konflikte mit dem „mächtigen Nachbarn" leisten, weil das Konfrontationsszenarium innerhalb des Landes keine Unterstützung findet.

    Es sieht danach aus, dass der neue ukrainische Staatschef, der im Januar gewählt wird, diese Realität berücksichtigen und Kiews Politik im Kaukasus gründlich korrigieren müssen wird.