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    Armenien stellt Anerkennung von Berg-Karabach in Aussicht

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    Armenien wird die Unabhängigkeit der umstrittenen Region Berg-Karabach anerkennen, sollten die Gespräche mit Aserbaidschan scheitern und Kampfhandlungen beginnen.

    ERIWAN, 23. November (RIA Novosti). Armenien wird die Unabhängigkeit der umstrittenen Region Berg-Karabach anerkennen, sollten die Gespräche mit Aserbaidschan scheitern und Kampfhandlungen beginnen.

    Das erklärte Samwel Farmanjan, Sprecher des armenischen Präsidenten Sersch Sargsjan, am Montag in einer Stellungnahme zur jüngsten Äußerung des aserbaidschanischen Präsidenten Ilcham Alijew. Im Vorfeld seines Treffens mit Sargsjan am vergangenen Sonntag in München hatte der aserbaidschanische Staatschef die Möglichkeit einer militärischen Lösung des Karabach-Problems nicht ausgeschlossen.

    Farmanjan erinnerte an Erklärungen des armenischen Präsidenten und mehrerer anderer ranghoher Vertreter der armenischen Führung, wonach Eriwan für die Sicherheit des Volkes von Berg-Karabach verantwortlich sei. "Im Fall der Anerkennung könnte Armenien mit Berg-Karabach einen Vertrag über gegenseitigen Beistand unterzeichnen ... Der Beginn der Kampfhandlungen wird Armenien nicht mehr daran hintern, die Unabhängigkeit Berg-Karabachs von Aserbaidschan anzuerkennen", versicherte der Präsidentensprecher.

    Der Konflikt in der hauptsächlich von Armeniern bewohnten völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehörenden Region Berg-Karabach brach im Februar 1988 aus, nachdem das Autonome Gebiet Berg-Karabach mit Verwaltungszentrum in Stepanakert den Austritt aus dem Staatsverband der damaligen Aserbaidschanischen SSR verkündet hatte. Im September 1991 rief Stepanakert die Republik Nagorny (Berg-)Karabach aus, zu dem das frühere autonome Gebiet und einige benachbarte von Armeniern bewohnte Siedlungen gehörten. Baku erklärte diesen Schritt für gesetzwidrig und löste die Autonomie von Karabach auf.

    Darauf kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Die Karabach-Armenier wurden von armenischen Diasporen in aller Welt unterstützt, während Aserbaidschan mit Gewalt versuchte, die Abspaltung der Region zu verhindern. Am 12. Mai 1994 trat ein Waffenstillstandsabkommen in Kraft. Aserbaidschan verlor seine Kontrolle über Berg-Karabach sowie vollständig bzw. teilweise über sieben benachbarte Kreise.

    Fotoreihe: Fotoreise mit RIA Novosti: Berg-Karabach

    Verhandlungen über die friedliche Beilegung des Konflikts werden seit 1992 im Rahmen der Minsker OSZE-Gruppe geführt. Ihre Kovorsitzenden sind die USA, Russland und Frankreich. Bei dem Konflikt kamen geschätzt rund 30 000 Menschen ums Leben.

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