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    Kaukasus-Konflikt: Georgien sinnt auf Revanche - „Wedomosti“

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    Russland wirft Georgien vor, eine Vergeltungsoffensive im Kreis Achalgori in Südossetien für den verlorenen Kieg im Vorjahr vorzubereiten, berichtet die Zeitung „Wedomosti" am Dienstag

    MOSKAU, 15. Dezember (RIA Novosti). Russland wirft Georgien vor, eine Vergeltungsoffensive im Kreis Achalgori in Südossetien für den verlorenen Kieg im Vorjahr vorzubereiten, berichtet die Zeitung „Wedomosti" am Dienstag.

    Georgien will Revanche nehmen für den verlorenen Krieg im August des Vorjahres und kann Versuche unternehmen, den Kreis Achalgori (Leningori) in Südossetien zurückzubekommen, so ein russischer Diplomat. Im Verteidigungsministerium hält man diese Gefahr ebenfalls für möglich.

    Laut einer Quelle in dem Ministerium sind die georgischen Truppen, die diesem Kreis gegenüberstehen, zuletzt verstärkt worden. Die georgischen Soldaten sind einer intensiven Rotation ausgesetzt, westliche Militärausbilder bringen ihnen Methoden der Führung von Gebirgsgefechten bei.

    Die Waffenlieferungen nach Georgien aus der Ukraine, Tschechien, der Türkei und Israel gehen nach wie vor weiter. Die georgische Armee ist jetzt besser bewaffnet als vor dem Südossetien-Krieg im August des Vorjahres, berichtete Nikolai Makarow, Generalstabschef der russischen Streitkräfte, im November.

    Der von dem restlichen Teil Südossetiens isolierte Kreis Achalgori ist zu 75 Prozent von Georgiern bewohnt und wurde bis August 2008 von den georgischen Behörden kontrolliert. Einer Quelle des russischen Verteidigungsministeriums zufolge ist derzeit dort eine mit Panzern und Artillerie verstärkte russische motorisierte Schützenkompanie stationiert.

    Die Spannungen zwischen den südossetischen Grenzsoldaten und der georgischen Polizei seien auffällig, dennoch handele es sich nicht um eine Vorkriegsspannung, so eine Quelle in der Präsidialverwaltung Südossetiens.

    „Diese provokativen Erklärungen sind absolut unbegründet", sagte Schota Utiaschwili, Chef der analytischen Verwaltung des georgischen Innenministeriums. „Nach dem Krieg hat Georgien alle Forderungen des Medwedew-Sarkozy-Plans erfüllt. Die georgische Armee ist in die Ausgangsstellung zurückgekommen. Internationale Beobachter bestätigen auch, dass Georgien im Gegensatz zu Russland seine Verpflichtungen nicht verletzte."

    Georgien könne teilweise eine Revanche versuchen, doch im Winter sei dies kaum möglich, so Alexander Skakow, Experte des Russischen Instituts für Strategische Studien. Man kann es durch einen Wechsel der Politik der südossetischen Behörden im Kreis verhindern, sie sollen damit anfangen und die Lage der Menschen verbessern.

    Aus militärischer Sicht seien Georgiens Chancen allerdings nicht groß, berichtet Viktor Murachowski, Oberst a. D. der russischen Armee, der mit der Situation in der Region vertraut ist. Sogar eine Kompanie, wenn sie sich richtig verschanzt habe, könne dort georgische Truppen zurückhalten. Das Wichtigste sei, dass sich die Lage der Armee in Südossetien nach dem Konflikt vom August 2008 von Grund auf verändert habe.

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