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    Moskau rügt „zaghaften“ Kampf der Nato gegen afghanische Drogen

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    Das Ausmaß der Heroinproduktion am Hindukusch ist „phänomenal“, stellt die russische Drogenbehörde fest, während Außenminister Lawrow ein „zaghaftes“ Vorgehen der Nato gegen die afghanische Drogenmafia kritisiert.

    MOSKAU, 16. Dezember (RIA Novosti). Das Ausmaß der Heroinproduktion am Hindukusch ist „phänomenal“, stellt die russische Drogenbehörde fest, während Außenminister Lawrow ein „zaghaftes“ Vorgehen der Nato gegen die afghanische Drogenmafia kritisiert.

    „Der Drogen-Druck auf Russland ist darauf zurückzuführen, dass eine Riesenmenge von Drogen in Afghanistan hergestellt wird. Die Ausmaße dieser Produktion sind phänomenal. Afghanistan produziert heute doppelt so viel Heroin wie die ganze Welt vor zehn Jahren“, sagte Viktor Iwanow, Chef der russischen Drogenbehörde, am Mittwoch in Jekaterinburg.

    Ein guter Nährboden dafür sei die durch die ausländische Militärpräsenz angespannte Situation am Hindukusch: „Vor dem Hintergrund der ständigen Kämpfe haben die Bauern keine Möglichkeit, Getreide und weitere Agrarkulturen anzubauen und zu vermarkten. Den Schlafmohn kauft die Drogenmafia dagegen en gros“.

    2009 hat sich der Drogenschmuggel aus Zentralasien nach Russland auf 17 Milliarden US-Dollar belaufen, so Iwanow.

    Außenminister Sergej Lawrow sagte unterdessen in Moskau, das postsowjetische Bündnis OVKS (Russland, Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan) habe der Nato eine praktische Kooperation im Kampf gegen die Drogengefahr aus Afghanistan angeboten und warte nun auf eine Reaktion.

    Russland erweitere unter anderem sein Engagement bei der Ausbildung afghanischer Polizeikräfte und erwarte auch von der Nato ein aktiveres Vorgehen gegen die Drogenmafia. Bislang habe die Nato etwa zu „zaghaft“ gehandelt, äußerte Lawrow am Mittwoch am Rande des Moskau-Besuchs von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen.

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