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    Hungertragödie in UdSSR: PACE lehnt These über Genozid gegen Ukrainer ab

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    Die politische Kommission der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) hat Änderungen am Bericht über den Großhunger der 1930er Jahre in der UdSSR abgelehnt, die die These über einen Genozid gegen das ukrainische Volk beinhalten.

    MOSKAU, 16. Dezember (RIA Novosti). Die politische Kommission der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) hat Änderungen am Bericht über den Großhunger der 1930er Jahre in der UdSSR abgelehnt, die die These über einen Genozid gegen das ukrainische Volk beinhalten.

    „Keine Änderungen, die das Wort ‚Genozid’ enthalten, sowie keine ukrainischen Prioritäten gegenüber den anderen Republiken der ehemaligen UdSSR, die in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vom Hunger heimgesucht worden waren, sind durchgegangen“, teilte der stellvertretende russische PACE-Delegationschef und Erste Vize-Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Auswärtiges, Leonid Sluzki, RIA Novosti telefonisch aus Paris mit.

    Sluszki merkte zugleich an, dass die PACE-Kommission alle von Moskau vorgebrachten Änderungen an dem Bericht gebilligt hat.

    „Somit sind alle Versuche, diese historische Tragödie für die Entfesselung einer russlandfeindlichen Rhetorik in der Versammlung zu nutzen, gescheitert“, sagte der Parlamentarier.

    Sluzki verwies darauf, dass eine Resolution zum Massenhunger in den Jahren 1932 und 1933 in der ehemaligen UdSSR auf der Januartagung der PACE vorgestellt werden soll. Den Bericht soll der Vize-Vorsitzende der PACE, Mevlüt Cavusoglu, erstatten, der Ende November Moskau besucht hatte.

    Das PACE-Büro hatte im Frühjahr vergangenen Jahres dem Vorschlag der ukrainischen Delegation zugestimmt, das Thema Hungersnot der 30er Jahre in der Ukraine zu erörtern. Kiew hatte ein Dokument geplant, in dem darum ersucht werden sollte, den Großhunger als Genozid zu qualifizieren.

    Die russische Delegation wandte sich damals gegen diese Interpretierung des Problems und schlug vor, alle diesbezüglichen Dokumente zusammenzufassen und aller Opfer des Großhungers der 1930er Jahre zu gedenken.

    „Dieses Herangehen hat die Zustimmung der PACE-Parlamentarier gefunden“, sagte Sluzki.

    Der Massenhunger von 1932-1933 hatte alle führenden Getreideregionen der UdSSR - die Ukraine, den Nordkaukasus, die Gebiete am Unter- und Mittellauf der Wolga, einen bedeutenden Teil des zentralen Schwarzerdegebietes, Kasachstan, Westsibirien und den Südural erfasst. Laut unterschiedlichen Angaben starben sieben bis acht Millionen Menschen an Hunger, darunter drei bis 3,5 Millionen in der Ukraine, zwei Millionen in Kasachstan und Kirgisien sowie zwei bis 2,5 Millionen in der Russischen Föderation.

    Kiew wertet den Großhunger als Genozid gegen das ukrainische Volk und will diese Idee der Weltgemeinschaft einflößen, allerdings ohne großen Erfolg.

    Etliche nationalistische Parteien der Ukraine fordern, Russland als Rechtsnachfolger der UdSSR die Verantwortung für die Hungersnot aufzuerlegen, was jedoch der offiziellen Position Kiews widerspricht.

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