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    Stacheldraht an der Grenze zu Rumänien ist Moldawiens Schande - Premier Filat

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    Die moldauische Regierung hat beschlossen, den Stacheldraht an der Grenze zu Rumänien im Prut-Gebiet zu entfernen.

    CHISINAU, 17. Dezember (RIA Novosti). Die moldauische Regierung hat beschlossen, den Stacheldraht an der Grenze zu Rumänien im Prut-Gebiet zu entfernen.

    "Der Stacheldraht ist unsere Schande", erklärte der Regierungschef Moldawiens, Wladimir Filat, am Donnerstag in einer Parlamentssitzung. "Das Entfernen des Stacheldrahts ist eher ein in technischer Hinsicht schwieriger Prozess, die politische Entscheidung ist aber bereits getroffen", sagte der Premier.

    Nach seinen Worten muss nun das Kabinett darüber entscheiden, wie der Draht entfernt werden soll.

    "Wir müssen konkrete Schritte unternehmen und prüfen, welche Abschnitte entfernt werden sollen und welche, unter Berücksichtigung dessen, dass wir in dieser Zone staatlich geschützte Flächen haben, erhalten bleiben müssen", teilte Filat den Abgeordneten mit.

    Der Stacheldraht an der moldauisch-rumänischen Grenze existiert seit den Zeiten der Sowjetunion. Anfang der 1990er Jahre wurde ein Großteil der Umzäunung abmontiert, mit Ausnahme des Abschnitts entlang dem Grenzfluss Prut.

    Seit der Parlamentsneuwahl vom 29. Juli hat in Moldawiens Parlament eine liberal-demokratische Koalition die Mehrheit. Zum amtierenden Präsidenten wurde der Parlamentsvorsitzende Mihai Ghimpu gewählt.

    Ghimpu ist einer der Leiter der liberal-demokratischen Allianz "Für europäische Integration" und ein aktiver Anhänger der Vereinigung Moldawiens mit Rumänien. Ende der 1980er Jahre war er einer der Organisatoren der Volksfront Moldawiens, die sich für die Abtrennung von der UdSSR einsetzte.

    Nach dem Machtantritt der liberal-demokratischen Koalition wurden die ersten Schritte zur Annäherung an Rumänien unternommen. Es wurde die Visapflicht für die Rumänen aufgehoben, die rumänische Staatsführung stattete offizielle Besuche in Chisinau ab.

    Mihai Ghimpu gab eine Reihe von Erklärungen ab, in denen er betonte, dass in Moldawien Rumänen leben.

    Am 1. Dezember sagte Ghimpu in seiner Rede anlässlich des Nationalfeiertages Rumäniens in Chisinau: "Ich bewundere diejenigen, die für Frieden, für Demokratie, für Gottes Willen gekämpft haben, dass auf diesem Boden die Rumänen, in Russland die Russen, in Frankreich die Franzosen und in Deutschland die Deutschen leben".

    Danach äußerten moldauische Abgeordnete im Parlament ihre Empörung über derartige Äußerungen des amtierenden Präsidenten und Parlamentschefs Moldawiens, Mihai Ghimpu, die ihnen zufolge alle ethnischen Gruppen des Landes beleidigen.