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    Kuba bezeichnet UN-Klimagipfel in Kopenhagen als Farce

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    Klimakonferenz in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen (44)
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    Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez hat am Montag den UN-Klimagipfel in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, der am Samstag zu Ende gegangenen war, als Farce und einen Schritt zurück bezeichnet.

    HAVANNA, 22. Dezember (RIA Novosti). Der kubanische Außenminister Bruno Rodriguez hat am Montag den UN-Klimagipfel in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, der am Samstag zu Ende gegangenen war, als Farce und einen Schritt zurück bezeichnet.

    Rodriguez warf US-Präsident Barack Obama ein "herausforderndes und imperiales" Auftreten gegenüber den Entwicklungsländern vor.

    "Dem Gipfel wohnte nur der imperiale, herausfordernde Obama bei, der nicht zuhörte, seine Positionen aufoktroyierte und den Entwicklungsländern sogar drohte", sagte der Minister auf einer Pressekonferenz in der kubanischen Hauptstadt.

    Nach seinen Worten verfolgte Obama mit diesem Verhalten das Ziel, die Weltgemeinschaft und die Gipfelteilnehmer in die Irre zu führen und sie daran glauben zu lassen, dass das Schlussdokument mit Zustimmung aller Seiten ausgearbeitet worden war.

    Außerdem, so Rodriguez, spielte Obama mit den Zahlen, als er in seiner Rede über die Absicht der USA sprach, die CO2-Emission um 17 Prozent zu reduzieren. Denn er habe für diese Berechnungen Angaben von 2005 zu Grunde gelegt, anstatt Angaben des Jahres 1990 als Grundlage zu benutzen.

    "Ich bin überzeugt, dass der Gipfel in Kopenhagen ein Schritt zurück war", sagte der kubanische Außenminister.

    Er kritisierte, dass der US-Präsident die Konzeption einer gemeinsamen, aber differenzierten Verantwortung der Länder für die Klimaänderungen ablehnte.

    Laut Rodriguez treten die Entwicklungsländer für eine "geradlinige" Fortsetzung des Kyoto-Protokolls ein. Das heißt, sie wollen keine Verpflichtungen zur Reduzierung der Emissionen übernehmen. Denn sie seien der Auffassung, dass dies nur die Industriestaaten tun sollten.

    Die Industriestaaten hätten ihrerseits erklärt, dass ihre Bemühungen um die Reduzierung der Emissionen unter den Bedingungen eines schnellen Wirtschaftswachstums der Entwicklungsländer absolut sinnlos wären. Denn dieses Wachstum würde mit einem schnellen Anstieg der Emissionen von Kohlendioxid einhergehen.

    Zugleich äußerte Rodriguez, dass sich die Obamas Haltung von der seines Vorgängers unterscheide. Denn der heutige Präsident erkenne zumindest das Bestehen des Problems der Klimaänderungen an.

    Der kubanische Minister bezichtigte auch die britische Delegation der Erpressung der ärmsten Länder.

    "Die britische Delegation und Premierminister Gordon Brown griffen eine kleine Gruppe von Ländern an. Diese Delegation erklärte direkt: ‚Wenn sie das Dokument nicht akzeptieren, bekommen sie die 30 Milliarden US-Dollar nicht, die wir unverzüglich anzubieten bereit sind'", sagte Rodriguez.

    Am Samstag beschloss die Konferenz, eine politische Deklaration zur Kenntnis zu nehmen. In dieser Deklaration sind alle Länder genannt, die an ihrer Vorbereitung teilgenommen haben.

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