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    Iranischer Oppositionschef auf Rückweg von Beerdigung angegriffen

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    Unruhen in Teheran (13)
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    Eine Gruppe Unbekannter auf Motorrädern hat am Montag das Auto des Führers der iranischen Opposition und Ex-Präsidentenkandidaten Mir Hossein Musawi angegriffen. Musawi blieb unverletzt.

    MOSKAU, 22. Dezember (RIA Novosti). Eine Gruppe Unbekannter auf Motorrädern hat am Montag das Auto des Führers der iranischen Opposition und Ex-Präsidentenkandidaten Mir Hossein Musawi angegriffen. Musawi blieb unverletzt.

    Das teilte Reuters unter Berufung auf die oppositionelle Webseite „Kaleme“ mit.

    Musawi befand sich auf dem Rückweg von Kum nach Teheran. In Kum hatte er an der Beisetzung des in der Nacht zum 20. Dezember gestorbenen namhaften religiösen Würdenträgers Ayatollah Hossein Ali Montaseri teilgenommen, der ebenfalls in Opposition zur gegenwärtigen iranischen Führung stand.

    Laut Kaleme haben die Angreifer die Heckscheibe des Fahrzeugs von Musawi eingeschlagen. Musawi selbst blieb unverletzt, aber einer seiner Begleiter wurde verletzt.

    Am Sonntag war mitgeteilt worden, dass iranische Behörden die Polizeistreifen in Kum verstärkt hatten, weil sie neue Protestaktionen der Opposition befürchteten..

    Die jüngsten Aktionen der Opposition im Iran Anfang Dezember verwandelten sich in Unruhen. Anhänger von Musawi gingen gegen eine Kundgebung von Anhängern des derzeitigen Präsidenten von Iran Mahmud Ahmadinedschad anlässlich des Studententages mit Wasserflaschen und Steinen vor. Es kam zu einer Massenschlägerei. Die Polizei verhaftete mehr als 200 Menschen.

    Die innenpolitische Situation im Iran hat sich nach den Präsidentenwahlen vom 12. Juni zugespitzt. Laut den Wahlergebnissen siegte der amtierende Präsident Mahmud Ahmadinedschad mit mehr als 60 Prozent der Wählerstimmen, während sein Hauptrivale Mir Hossein Musawi nur auf etwas mehr als 30 Prozent kam.

    Nach der Bekanntgabe der Wahlergebnisse warfen die Anhänger von Oppositionschef Musawi den Behörden Wahlfälschung vor und forderten die Annullierung der Ergebnisse. Es kam zu Massenunruhen der Opposition in Teheran, wobei mindestens 30 Menschen ums Leben kamen. Weitere etwa 1000 Menschen wurden verhaftet.

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