01:39 24 Februar 2018
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    Russland bestätigt Flucht von Soldat nach Georgien - Ermittlung eingeleitet

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    Die russischen Justizbehörden haben eine Ermittlung gegen den Zeitsoldaten Vitali Chripun eingeleitet. Chripun war am Montag aus Südossetien ins benachbarte Georgien geflüchtet.

    MOSKAU, 22. Dezember (RIA Novosti). Die russischen Justizbehörden haben eine Ermittlung gegen den Zeitsoldaten Vitali Chripun eingeleitet. Chripun war am Montag aus Südossetien ins benachbarte Georgien geflüchtet.

    Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Wladimir Markin, am Dienstag mitteilte, wird dem Deserteur neben der Fahnenflucht auch Waffendiebstahl zur Last gelegt. Chripun war mit seiner Maschinenpistole über die Grenze geflohen und hatte dort politisches Asyl beantragt. Bei einer Verurteilung in Russland könnte ihm eine Haftstrafe von bis zu 17 Jahren drohen.

    In einem Gespräch mit RIA Novosti teilte Chripun mit, dass die Ursache für die Flucht nicht wie ursprünglich gemeldet körperliche, sondern „verbale Schikanen“ gewesen seien. Seine Kommandeure haben Befehle erteilt, welche gegen die Menschenwürde verstoßen haben, sagte der Soldat. Zudem beklagte er Korruption bei der Armee. Die ehemaligen russischen Wehrdienstleistenden Alexander Gluchow und Dmitri Artemjew, die in diesem Jahr politisches Asyl in Georgien erhalten hatten, kenne er nicht, sagte Chripun.

    Der Leiter des georgischen Flüchtlingsamtes, Irakli Koka, teilte RIA Novosti mit, dass Chripuns Asylantrag bis zu vier Monate überprüft werde. Bis eine Entscheidung falle, werde der Asylbewerber mit Wohnraum und monatlichem Unterstützungsgeld ausgestattet.

    Im vergangenen Juli war der russische Soldat Dmitri Artemjew vom Stützpunkt seiner Einheit in Südossetien nach Georgien geflüchtet. Sechs Monate davor hatte der fahnenflüchtige russische Sergeant Alexander Gluchow politisches Asyl in Georgien beantragt. Bei der russischen Armee sind Schikanen an Rekruten noch immer sehr verbreitet. Die brutale Drangsalierung durch Dienstältere ("Dedowschtschina") ist eine der Ursachen für zahlreiche Selbstmorde unter jungen Soldaten.