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    Israel verzögert Abkommen mit Palästina über Gefangenenaustausch

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    Israels Ministerkabinett will zurzeit kein Abkommen über die Freilassung von Hunderten palästinensischen Gefangenen im Austausch gegen den entführten Korporal Gilad Shalit schließen und die Verhandlungen darüber auch nicht fortsetzen.

    GAZA, 22. Dezember (RIA Novosti). Israels Ministerkabinett will zurzeit kein Abkommen über die Freilassung von Hunderten palästinensischen Gefangenen im Austausch gegen den entführten Korporal Gilad Shalit schließen und die Verhandlungen darüber auch nicht fortsetzen.

    Das schreibt die palästinensische Zeitung „Al-Ayam“ am Dienstag.

    „Premier Binyamin Netanyahu und die (für Sicherheit zuständigen) Minister haben die israelische Verhandlungsgruppe angewiesen, ihre Bemühungen um die wohlbehaltene Rückkehr von Shalit in seine Familie fortzusetzen“, hieß es in einer Mitteilung der Kanzlei des Premiers, die keine nähere Erläuterung enthielt.

    Wie die Zeitung unter Berufung auf den israelischen Rundfunk berichtet, wurde diese Mitteilung am Sonntagabend veröffentlicht, nach der bereits fünften Sitzung innerhalb eines Tages, die mehr als vier Stunden gedauert hatte.

    Dies bedeute, dass Netanyahu weiterhin die Ratifizierung des Abkommensentwurfs ablehne. Dieser sei von einem deutschen Vermittler gemeinsam mit Kairo ausgearbeitet worden, das indirekte Verhandlungen zwischen Israel und der islamistischen Hamas-Bewegung sichere, so das Blatt.

    Laut inoffiziellen israelischen Informationen vom Montag will die Regierung zusätzliche Zeit für die Verhandlungen über dieses Abkommen gewinnen. Laut Neanyahu nahe stehenden israelischen Medien kann „die Operation“ noch mehrere Tage dauern.

    Nach Angaben des US-Fernsehsenders Fox News hat sich der israelische Premier öffentlich geweigert, die an der Ermordung von Israelis beteiligten Gefangenen ins Westjordanland zu entlassen. Dabei habe er sich nicht gegen ihre Ausweisung in den Gaza-Streifen oder ins Ausland geäußert. Die Hamas-Bewegung habe keine Einwände gegen die Idee, eine begrenzte Zahl an Gefangenen ins Ausland auszuweisen.

    Wie „Al-Ayam“ unter Berufung auf anonyme Informationen schreibt, hat der deutsche Vermittler bei den Verhandlungen über den Gefangenenaustausch der israelischen Regierung Zeit bis Mittwoch gegeben, um dem vorgeschlagenen Abkommen zuzustimmen.

    Andernfalls würde der Vermittler seine Tätigkeit für die Weihnachtszeit aussetzen.

    Der israelische Panzersoldat Gilad Shalit war am 25. Juni 2006 von Angehörigen von Hamas und anderen palästinensischen Gruppierungen an der Grenze zum Gaza-Streifen gefangen genommen worden, um gegen die in israelischen Gefängnissen gehaltenen Palästinenser ausgetauscht zu werden.

    Die Freilassung von Shalit wird als Hauptbedingung für die Aufhebung der Wirtschaftsblockade gegen die palästinensische Enklave Gaza mit ihren 1,5 Millionen Einwohnern betrachtet.

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