10:58 24 August 2017
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    Inselstreit: Moskau kritisiert Japans Haltung als „radikal und unangebracht“

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    Nachdem die japanische Regierung vier umstrittene Südkurilen-Inseln als von Russland illegitim besetzt eingestuft hat, kritisiert Moskau Tokios Position als radikal und unangebracht.

    MOSKAU, 23. Dezember (RIA Novosti). Nachdem die japanische Regierung vier umstrittene Südkurilen-Inseln als von Russland illegitim besetzt eingestuft hat, kritisiert Moskau Tokios Position als radikal und unangebracht.

    „Selbst wenn Japan in dieser Frage eine radikale Position einnimmt, ist es völlig unangebracht, diese zu verlautbaren“, sagte Russlands Vizeaußenminister Alexej Borodawkin am Mittwoch. Beide Staaten sollten ruhig und auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung über die Beilegung dieses Streits diskutieren, sagte der Diplomat.

    Die russische Seite nehme zur Kenntnis, dass die japanische Seite die Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und Habomai als von Russland besetzt betrachtet, sagte er. Russland halte jedoch daran fest, dass diese Insel ihm im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges zugefallen seien.

    Die Kurilen sind eine etwa 1200 Kilometer lange Ansammlung von über 30 großen und kleinen Inseln. Sie liegen zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion, was völkerrechtlich festgehalten wurde.

    Japan hält die südlichen Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die unbewohnte Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt und fordert deren Rückgabe. Dabei beruft Tokio sich auf den bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, wonach diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren.

    Der Streit behindert bis heute den Abschluss eines offiziellen Friedensvertrags zwischen Moskau und Tokio. Stattdessen unterzeichneten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration, mit der der Kriegszustand beendet wurde.

    Die Geschichte des Inselstreits. INFOgraphiken

     

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