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    Armenien begrüßt Genozid-Resolution im auswärtigen Ausschuss des US-Kongresses

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    Armeniens Außenminister Edward Nalbandjan hat die vom auswärtigen Ausschuss des US-Kongresses gebilligte Resolution, mit der der Völkermord an Armeniern durch das Osmanische Reich während des Ersten Weltkrieges anerkannt wird, hoch eingeschätzt.

    JEREWAN, 05. März (RIA Novosti). Armeniens Außenminister Edward Nalbandjan hat die vom auswärtigen Ausschuss des US-Kongresses gebilligte Resolution, mit der der Völkermord an Armeniern durch das Osmanische Reich während des Ersten Weltkrieges anerkannt wird, hoch eingeschätzt.

    "Dies ist ein weiteres Beispiel des Festhaltens des amerikanischen Volkes an allgemein menschlichen Werten und ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Unterbindung von Verbrechen gegen die Menschheit", heißt es in einer Erklärung des Ministers, die vom Pressedienst seines Ministeriums verbreitet wurde.

    Der Fakt des Völkermords ist bereits von mehreren Staaten anerkannt worden, unter anderem von Russland, Frankreich, Italien, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Polen, Litauen, der Slowakei, Schweden, der Schweiz, Griechenland, Zypern, dem Libanon, Kanada, Venezuela und Argentinien sowie von 42 US-Bundesstaaten.

    Außerdem wurde der Völkermord vom Vatikan, von dem Europaparlament und dem Weltkirchenrat anerkannt.

    Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hatte das Osmanische Reich die Armenier systematisch verfolgt. Allein 1915 wurden mehr als 1,5 Millionen Armenier getötet.

    Die Türkei reagiert stets äußerst schmerzhaft auf die Kritik des Westens zu diesem Problem und weist die Genozid-Anschuldigungen traditionsgemäß zurück.

    Die türkische Regierung verurteilte die Resolution umgehend. Der Türkei werde eines Verbrechens beschuldigt, das sie nicht begangen habe, schreibt die englischsprachige türkische Zeitung "Daily News" in ihrer Onlineausgabe. Der türkische Botschafter in Washington, Namik Tan, müsse zu Konsultationen nach Ankara.

    Das türkische Außenministerium hatte zuvor gewarnt, diese Resolution werde die Beziehungen zwischen Washington und Ankara schwer belasten. Auch US-Außenministerin Hillary Clinton sprach sich gegen die Abstimmung im Kongress aus.

    Am 30. Januar 2007 hatte der auswärtige Ausschuss des Repräsentantenhauses bereits eine ähnliche Resolution mit 27 Stimmen bei 21 Gegenstimmen angenommen. Die damalige Administration von Präsident George W. Bush verhinderte allerdings eine Abstimmung über die Resolution im Repräsentantenhaus und im Senat.