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    START-Vertrag soll Raketenabwehrsysteme nicht begrenzen - US-Experte

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    START-Vertrag (287)
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    Die USA werden die Aufnahme solcher Bestimmungen, die die Entwicklung des Raketenabwehrsystems einschränken könnten, in einen neuen amerikanisch-russischen Vertrag über die Reduzierung der strategischen Offensivwaffen (START-Vertrag) nicht zulassen.

    NEW YORK, 05. März (RIA Novosti). Die USA werden die Aufnahme solcher Bestimmungen, die die Entwicklung des Raketenabwehrsystems einschränken könnten, in einen neuen amerikanisch-russischen Vertrag über die Reduzierung der strategischen Offensivwaffen (START-Vertrag) nicht zulassen.

    Diese Meinung äußerte Ian Bremmer, einer der führenden amerikanischen Russland-Experten und Präsident des Forschungszentrums Eurasia Group.

    Im Juli 2009 hatten die Präsidenten Russlands und der USA, Dmitri Medwedew und Barack Obama, die Absicht bekannt gegeben, die Anzahl der Gefechtsköpfe auf 1675 bis 1500 und der strategischen Träger auf 1100 bis 500 zu reduzieren. Den Seiten gelang es jedoch nicht, vor Ablauf des früheren Vertrages im Dezember vorigen Jahres einen neuen vorzubereiten.

    Die Verhandlungen werden wegen Meinungsverschiedenheiten zu einigen Fragen fortgesetzt. Eine neue Runde ist für den 9. März angesetzt.

    Russland, das mit den US-Plänen im ABM-Bereich unzufrieden ist, besteht darauf, dass der Vertrag nicht nur die Offensiv-, sondern auch die Defesivsysteme betrifft.

    "Hauptsächlich werden die Verhandlungen von offenen Fragen zur Raketenabwehr verzögert. Russland beharrt darauf, dass der Vertrag nicht nur die Offensivwaffen wie in der Vergangenheit betreffen, sondern auch eine größere Transparenz in Bezug auf die US-Defensivsysteme bringen soll. Washington versprach immer der russischen Seite einen gewissen Grad der Transparenz hinsichtlich seiner Pläne im Raketenabwehrbereich.

    In der Praxis hat es aber nicht die Absicht zuzulassen, dass die Verpflichtungen aus dem Vertrag irgendwie zu Zugeständnissen bei den Raketenabwehrprogrammen führen würden. Dies ist unter Berücksichtigung der entschiedenen Ablehnung der ABM-Pläne durch Moskau besonders wichtig", sagte der US-Experte in einem Interview für RIA Novosti.

    Unter der Administration von George W. Bush wollten die USA Abfangraketen in Polen und ein Radar in Tschechien stationieren. Moskau hielt das für eine direkte Bedrohung seines strategischen Potenzials. Obama beschloss, diese Pläne aufzuschieben, verzichtete aber nicht endgültig darauf. Im Februar wurde bekannt, dass Rumänien und Bulgarien mit den USA Verhandlungen über eine mögliche Stationierung von Teilen des US-Raketenabwehrsystems auf ihrem Territorium führen.

    Nach den Worten Bremmers gehört die Raketenabwehr nicht zu den Schwerpunktbereichen Obamas. Aber dieses Thema kann nach wie vor die Beziehungen zu Russland negativ beeinflussen.

    "Moskau hält die Raketenabwehr für ein Reizthema. Aber ich glaube nicht, dass Washington bereit ist, darauf vollständig zu verzichten... Die Raketenabwehr bleibt ein Teil der US-Strategie in der (europäischen) Region", betonte der Präsident von Eurasia Group.

    Außerdem möchte die US-Administration die Unterzeichnung des START-Vertrages während des Gipfels zur nuklearen Sicherheit am 12. und 13. April in Washington anberaumen.

    Ian Bremmer nahm auch an, dass Obama und Medwedew in den nächsten Tagen dieses Thema erneut per Telefon besprechen werden.

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