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    Georgische Oppositionschefin bei Putin: Kreml will Saakaschwili aus dem Amt jagen – Russlands Presse

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    Der russische Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin weigern sich, Kontakte zum georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili und dessen Anhängern zu unterhalten, schreiben russische Medien am Freitag.

    MOSKAU, 05. März (RIA Novosti). Der russische Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin weigern sich, Kontakte zum georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili und dessen Anhängern zu unterhalten, schreiben russische Medien am Freitag.

    In Moskau rechnet man damit, wieder Beziehungen zu Georgien aufzunehmen; allerdings nicht mit den offiziellen Behörden, sondern mit der Opposition. In diesem Kontext hat bereits de facto die Suche nach einem möglichen Nachfolger für Saakaschwili begonnen.

    Der zweite georgische Oppositionspolitiker, der nach dem bewaffneten Konflikt in Südossetien im August 2008 nach Moskau gekommen ist, ist die frühere Parlamentschefin Nino Burdschanadse. Im Oktober 2009 hatte Putin den ehemaligen georgischen Premier Surab Nogaideli empfangen.

    „Der zwischenstaatliche Dialog zwischen unseren Ländern ist unmöglich, aber das bedeutet nicht, dass wir kein Interesse an der Fortsetzung der Beziehungen in anderen Richtungen haben", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow kürzlich in einem Interview für die Onlinezeitung „Gazeta.Ru".

    Während die georgische Regierung nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Moskau sie anscheinend nicht wieder aufnehmen will, schlägt die Opposition offenbar eine Gegenrichtung ein. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte sich im Februar auf der Münchner Sicherheitskonferenz mit dem georgischen Oppositionspolitiker Irakli Alassanija getroffen. Jetzt überlegt er sich, ihn auch nach Moskau einzuladen.

    Der bekannte georgische Oppositionsführer Georgi Chaindrawa sieht in den Moskau-Besuchen seiner Kollegen nichts Schlimmes. „Ein Dialog zwischen Georgien und Russland ist nötig: die Mauer zwischen den Ländern muss durchbrochen werden. Wenn die Regierenden dazu unfähig sind, dann müssen das Menschen tun, die die Kraft dafür haben", betonte er.

    „Früher hatten die georgischen Politiker erklärt, der Dialog mit Russland wäre unmöglich, solange es seine Truppen aus Abchasien und Südossetien nicht abgezogen und (bestenfalls) die Souveränität beider Republiken nicht wieder aberkannt hat", fuhr Chaindrawa fort. „Das ist Diplomatie, und Burdschanadse wird es in Moskau wohl schwer haben, Putin das Wort ‚Okkupant' ins Gesicht zu sagen. Wir befinden uns derzeit nicht in der Lage, unsere Bedingungen zu stellen", räumte er ein. „Putin hat auf Panzer gesetzt. Aber er braucht Kontakte mit georgischen Vertretern, um sein internationales Image zu verbessern. Burdschanadse gehört zu den bekanntesten georgischen Personen."

    „Putin hat sich offen für einen Dialog mit Georgien gezeigt, aber zu dessen vollwertiger Wiederaufnahme versperrt Saakaschwili den Weg", konstatierte der Generaldirektor des Forschungszentrums für politische Prozesse im GUS-Raum, Alexej Wlassow. „Ich denke nicht, dass Russland in Georgien einen konkreten Favoriten hat. Moskau bemüht sich um die Diversifizierung der möglichen Risiken", vermutete der Experte.

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