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    Pakistan will Taliban-Problem ohne Russland lösen - "Nesawissimaja Gaseta"

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    Die USA suchen nach einem Ausweg aus der Sackgasse in Afghanistan, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    MOSKAU, 17. März (RIA Novosti). Die USA suchen nach einem Ausweg aus der Sackgasse in Afghanistan, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    US-Präsident Barack Obama hat dem Plan seines afghanischen Amtskollegen Hamid Karzai zugestimmt, mit den verfeindeten Taliban zu verhandeln. Afghanistan-Experten schätzen die Chancen auf einen Kompromiss jedoch sehr gering ein.

    Wie ein UN-Diplomat, der ungenannt bleiben wollte, sagte, wird es der UN-Mission schon ausreichen, wenn der 15 Mitglieder zählende Sicherheitsrat nur mit Augen zwinkere, um geheime Verhandlungen zu beginnen. Wird dieses Manöver gelingen?

    Der russische Afghanistan-Experte Viktor Korgun findet, dass es gegenwärtig fast keine Chancen auf einen Erfolg bei den Verhandlungen mit den Taliban gebe. Es werde höchstens zu kleinen Schritten, allerdings zu  keinen ernsthaften Entscheidungen führen.

    Keines der Krieg führenden Lager sei zu Zugeständnissen bereit, so Korgun weiter. Karzai habe keine Agenda für die Verhandlungen, obwohl er Mullah Omar dazu eingeladen habe. Die Regierung fordert, dass die Aufständischen die Verfassung Afghanistans anerkennen sollen, die die Wahrung der Menschenrechte, die Gleichberechtigung der Frau und andere demokratische Werte enthält. Die Taliban sehen in der Verfassung eine Kopie der amerikanischen, die den Afghanen fremd sei. Zudem gibt es auch im Regierungslager keine Geschlossenheit, im Parlament gibt es unterschiedliche Fraktionen, die bereit sind, den Taliban mehr entgegenzukommen als der Präsident.

    Die Taliban hätten ihre Verfassung bereits 2006 veröffentlicht, so Korgun. Sie enthält zwar wenige kleine Zugeständnisse an die Frauen, bleibt jedoch in ihrem Wesen reaktionär und setzt das Ziel, die Sitten und Gebräuche der Scharia aus dem Mittelalter wiederzubeleben. Mullah Omar verlangt, dass Kabul seine Verfassung anerkennt. Zudem will er erst nach dem Abzug der ausländischen Truppen verhandeln.

    Überdies mischt sich Pakistan in die Friedenslösung ein, das an der Seite der USA steht. Pakistan will Indien und Russland von der Afghanistan-Regelung fernhalten und arbeitet auf die Bildung einer Koalitionsregierung hin, in der die vom pakistanischen Geheimdienst aufgepäppelten afghanischen Taliban vertreten sein sollen. Das mache die Aussichten auf eine Lösung sehr fragwürdig, so Korgun.

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