04:56 24 November 2017
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    Dumaabgeordneter: Russland muss Kurilenfrage ignorieren

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    Das Problem der Zugehörigkeit der Südkurilen sollte laut dem Dumaabgeordneten Wladimir Medinski nicht in der russischen Gesellschaft diskutiert werden, damit nicht der Eindruck entsteht, dass die japanische Seite ihre Gebietsforderung auf die eine oder andere Weise durchsetzen könne.

    MOSKAU, 17. März (RIA Novosti). Das Problem der Zugehörigkeit der Südkurilen sollte laut dem Dumaabgeordneten Wladimir Medinski nicht in der russischen Gesellschaft diskutiert werden, damit nicht der Eindruck entsteht, dass die japanische Seite ihre Gebietsforderung auf die eine oder andere Weise durchsetzen könne.

    „Dieses Thema muss im Prinzip ignoriert werden“, sagte der Abgeordnete von „Einheitliches Russland“ am Mittwoch auf der Rundtischkonferenz „Gibt es überflüssige Territorien?“ bei RIA Novosti. Die Sitzung fand im Rahmen des Projektes „Achtung Geschichte!“ statt und war dem Jahrestag des Vertrages von 1867 über den Verkauf von Alaska an die USA durch Russland gewidmet.

    „Allein schon der Versuch, die Verhandlungen darüber wieder aufzunehmen, würde die japanischen Revanchisten provozieren und ihnen die Hoffnung einflößen, dass diese Frage (zu ihren Gunsten) geregelt werden könne“, sagte Medinski auf die Frage, ob Russland und Japan aus der „territorialen Sackgasse“ herauskommen und einen Friedensvertrag schließen könnten.

    Japan erhebt Anspruch auf die südlichsten Kurileninseln - Iturup, Kunaschir, Schikotan und Chabomai und nimmt Bezug auf den Handels- und Grenzvertrag von 1855, nach dem die genannten Inseln als japanisch anerkannt wurden.

    Nach Ansicht Moskaus sind die Südkurilen im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges in den Staatenverband der UdSSR aufgenommen worden, so dass die russische Souveränität über diese Inseln nicht in Zweifel gezogen werden darf. Die Japaner machen den Abschluss des Friedensvertrages von der Bereinigung des Gebietsstreites abhängig.

    Laut Medinski sollte diese Frage erst in 50 Jahren, so beispielsweise zum 100. Jahrestag des Vertrages von San-Francisco wieder ins Gespräch gebracht werden. „Unsere Position muss klar sein: Wir werden diese Frage bis zum Jahr 2050 nicht erörtern. Die Zeit selbst wird das Tüpfelchen aufs ‚i’ setzen. Dann sehen wir weiter“, sagte der Abgeordnete.

    Ihm zufolge kann das Vorhandensein oder das Fehlen des Friedensvertrages mit Japan im Prinzip nichts an den Beziehungen zwischen beiden Ländern ändern.

    „Japan wird nie einen Krieg gegen Russland wegen der Kurilen führen, ebenso wenig ist Deutschland zu einem Krieg gegen Russland wegen des Gebietes Kaliningrad (ehemals Königsberg: RIA Novosti) geneigt. Heutzutage werden Gebietsprobleme nicht auf solche Weise bereinigt“, so Medinski.

    Laut dem Abgeordneten hat die Erörterung dieses Themas zum Ziel, in den russischen Bürgern das Gefühl zu erwecken, dass es sich um ein fremdes Territorium handele.

    „Das ist vom historischen Standpunkt aus völlig unbegründet, denn wir waren früher als die Japaner in dieses Gebiet gekommen“, so Medinski.

    Der Abgeordnete warnte vor der Wiederholung des Szenarios von 1991, nach dem die Sowjetunion zusammengebrochen sei.