03:06 24 November 2017
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    UNO rechnet nicht mit sinkendem Opiumanbau in Afghanistan

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    Weltweite Drogengefahr nimmt zu (258)
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    Trotz internationaler Anstrengungen wird die Heroinproduktion in Afghanistan in diesem Jahr kaum zurückgehen, weil viele Bauern wegen des Preisverfalls bei legalen Erzeugnissen des Pflanzenanbaus zum Anbau von Opiummohn, dem Rohstoff für Heroin, zurückkehren müssen.

    NEW YORK, 18. März (RIA Novosti). Trotz internationaler Anstrengungen wird die Heroinproduktion in Afghanistan in diesem Jahr kaum zurückgehen, weil viele Bauern wegen des Preisverfalls bei legalen Erzeugnissen des Pflanzenanbaus zum Anbau von Opiummohn, dem Rohstoff für Heroin, zurückkehren müssen.

    Das geht aus einem Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hervor, der am Donnerstag im Weltsicherheitsrat erörtert werden soll.

    Obwohl die Mohn-Anbauflächen im vergangenen Jahr dank der Förderung anderer Erzeugnissen der Pflanzenzucht um 22 Prozent auf 123.000 Hektar schrumpften, erwartet die UNO keine Entwicklung in dieser Richtung. Sinkende Preise für legale landwirtschaftliche Erzeugnisse veranlassen viele Bauern wieder zum Mohn zu greifen.

    Als Lösung schlägt der UN-Bericht unter anderem vor, die Förderhilfen für Afghanistans Landwirtschaft aufzustocken.

    Russland größter Heroin-Konsument

    Laut UN-Angaben stammen 90 Prozent des gesamten Heroins auf dem Weltmarkt aus Afghanistan, Russland ist mit 21 Prozent der größte Konsument dieser Droge. Der Heroinkonsum in Russland liegt bei 75 bis 80 Tonnen im Jahr und fordert jährlich zwischen 30 000 bis 40 000 Menschenleben.

    Kampf gegen Drogendealer

    Laut den UN-Angaben wurden im vergangenen Jahr in Afghanistan mehr als 55 Tonnen Rauschgift sichergestellt. Bei gemeinsamen Razzien mit Pakistan und dem Iran nahmen afghanische Drogenfahnder 40 Dealer fest.

    Vor seiner Reise nach Moskau lobte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon Russlands Rolle bei der Bekämpfung des afghanischen Drogenschmuggels. Er wolle dieses Thema bei seinem Moskau-Besuch sowie bei bevorstehenden Treffen mit den Spitzenpolitikern zentralasiatischer Staaten zur Sprache bringen, sagte Ki Moon. Vor allem von Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan erwarte er mehr Engagement zur Ausmerzung afghanischer Drogen.

    Russland hatte zuvor mehrmals für eine regere Beteiligung der regionalen Gremien der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) und der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) bei der Bekämpfung der afghanischen Drogen plädiert. Zudem schlug Moskau vor, in diesem Jahr eine Afghanistan-Konferenz einzuberufen. Doch stießen diese Anstrengungen bislang weder bei der UNO noch bei der NATO- geführten Schutztruppe ISAF in Afghanistan auf Unterstützung.

     

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