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    Afghanistan: Internationale Spendenverpflichtungen nur zur Hälfte erfüllt

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    Die Spenderländer haben zwischen 2002 und Ende 2009 nur 36 der 62 Milliarden Dollar in Afghanistan ausgegeben, die sie insgesamt als Fördermittel beziehungsweise Darlehen zur Verfügung stellen wollten.

    KABUL, 25. März (RIA Novosti). Die Spenderländer haben zwischen 2002 und Ende 2009 nur 36 der 62 Milliarden Dollar in Afghanistan ausgegeben, die sie insgesamt als Fördermittel beziehungsweise Darlehen zur Verfügung stellen wollten.

    Das geht aus einem in Kabul veröffentlichten Bericht des afghanischen Finanzministeriums hervor. Das ist der erste solche Bericht seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001.

    Laut dem Dokument hat von den mehreren Dutzend Sponsoren und Spenderländern nur Schweden seine Verpflichtungen praktisch eingehalten und 90 Prozent der versprochenen Beträge in konkrete Finanzierungen umgesetzt. Auf Schweden folgen Großbritannien und die USA.

    Die USA waren indes das größte Geldgeberland, das in den letzten acht Jahren 23,4 Milliarden Dollar in die afghanische Wirtschaft investiert hat.

    In der Pro-Kopf-Berechnung entfielen damit in den vergangenen fünf Jahren auf jeden Einwohner Afghanistans 1 241 Dollar Unterstützungsgeld. Das ist wesentlich weniger als im Irak und in Bosnien.

    Die Regierung von Hamid Karsai wird zwar wegen umfassender Korruption, Inkompetenz und dilletantischer Verwaltung der Hilfe angeprangert, hat aber nur 20 bis 23 Prozent der Darlehen ausgegeben, was lediglich acht Milliarden Dollar ausmacht", wird im Bericht betont.

    "Mehr als 29 Milliarden bzw. 77 Prozent der Hilfe wurden von den Spendern am afghanischen Staatsetat vorbei überwiesen - über private Kanäle bzw. über Kanäle nichtstaatlicher Organisationen. Von diesen 29 Milliarden wurden mehr als 15 Milliarden unmittelbar über ausländische Militärkanäle gewährt."

    Laut dem Bericht wurde mehr als die Hälfte der verbrauchten Spenden bzw. rund 19 Milliarden Dollar in den Jahren 2002 bis 2009 in die Sicherheitssphäre, vor allem in den Aufbau der Polizei und Armee Afghanistans, investiert. Sechs Prozent wurden für die Entwicklung des Gesundheitswesens, neun Prozent für Bildung und Kultur sowie 18 Prozent für die Landwirtschaft und die Entwicklung der örtlichen Verwaltungen auf dem Lande zur Verfügung gestellt.

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