14:14 23 November 2017
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    Türkei erlaubt Gottesdienst in historischer Armenier-Kirche

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    Das türkische Kulturministerium hat Gottesdienste in der historischen armenischen Kirche auf der Insel Akdamar im Vansee erlaubt. Messen dürfen jedoch nur einmal im Jahr abgehalten werden.

    ANKARA, 25. März (RIA Novosti). Das türkische Kulturministerium hat Gottesdienste in der historischen armenischen Kirche auf der Insel Akdamar im Vansee erlaubt. Messen dürfen jedoch nur einmal im Jahr abgehalten werden.

    Das teilte die Verwaltung der Provinz Van am Donnerstag mit.

    Das 921 errichtete Bauwerk in Ostanatolien war vor einigen Jahren aus Mitteln der Türkei mit Hilfe armenischer Baumeister restauriert worden. Doch bislang lehnten die türkischen Behörden kirchliche Amtshandlungen in dem historischen Bethaus mit der Begründung ab, dass es keine Kirche mehr, sondern ein Museum sei.

    Der Gouverneur der Provinz Van, Münir Karaloglu, teilte dem Fernsehsender NTV mit, dass die Kirche im September 2010 eröffnet werde. Nach seinen Worten wurde die armenische Gebetsstätte auf Drängen von Reisefirmen erneuert.

    Mit der Entscheidung, die Kirche für Gottesdienste zu öffnen, mache die Türkei einen weiteren Schritt zur Normalisierung der Beziehungen mit Armenien, hieß es im türkischen Fernsehen.

    Die Ermordung von rund 1,5 Millionen Armeniern im Jahre 1915 im damaligen Osmanischen Reich ist seit Jahren ein Stolperstein zwischen Armenien und der Türkei. Beide Staaten unterhalten keine diplomatischen Beziehungen zueinander. Die Grenze zwischen ihnen wurde 1993 auf Wunsch Ankaras gesperrt. Die Türkei stellt als Vorbedingung für die Normalisierung der Beziehungen einen Verzicht Armeniens auf die Politik der internationalen Anerkennung des Völkermords.

    Seit 2007 verhandeln beide Staaten unter schweizerischer Vermittlung über eine Normalisierung ihrer Beziehungen. Im Oktober 2009 unterzeichneten sie Protokolle über die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen. Bevor die Vereinbarungen in Kraft treten, müssen sie von den Parlamenten in Jerewan und Ankara ratifiziert werden.

     

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