17:51 23 November 2017
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    Russland und IAEO gründen Uran-Bank - „Wedomosti"

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    Russland richtet eine Uran-Bank für den Fall ein, wenn eines der IAEO-Mitglieder keinen nuklearen Brennstoff bekommt, schreibt die Zeitung „Wedomosti" am Freitag.

    MOSKAU, 26. März (RIA Novosti). Russland richtet eine Uran-Bank für den Fall ein, wenn eines der IAEO-Mitglieder keinen nuklearen Brennstoff bekommt, schreibt die Zeitung „Wedomosti" am Freitag.

    Für Iran sei dieses „Zuckerbrot" der Atommächte kaum interessant, so ein Experte.

    Am Montag würden Russland und die IAEO in Wien ein Abkommen über eine Uran-Bank unterzeichnen, berichtete die Sprecherin der Internationalen Atomenergiebehörde, Dana Sacchetti. Sie weigerte sich zwar, den Umfang der Investitionen ins Projekt einzuschätzen, betonte jedoch, dass die Kosten von der russischen Seite übernommen werden.

    Das Abkommen über die erste Kernbrennstoffbank in der Welt werde von Sergej Kirijenko, Chef des russischen Atomkonzerns Rosatom, und dem IAEO-Generaldirektor Yukiya Amano unterzeichnet, so ein Rosatom-Manager.

    Es soll so viel niedrig angereicherten Urans gespeichert werden, um die Neubeschickung eines Reaktors von 1000 Megawatt zu ermöglichen. Der Preis für dieses Uran beträgt derzeit mehr als 100 Millionen US-Dollar. Die Uranvorräte werden in der sibirischen Stadt Angarsk (Gebiet Irkutsk) unter Kontrolle der IAEO gelagert, wo sich eines der größten russischen Werke zur Urananreicherung befindet (Elektrolyse- und Chemiekombinat Angarsk).

    Russland bekommt seine Ausgaben für die Urananreicherung in dem Fall zurück, wenn ein IAEO-Mitglied den Kernbrennstoff für sein Atomkraftwerk wegen politischer höherer Gewalt nicht erhält und eine Anfrage an den IAEO-Generaldirektor stellt. Danach wird die Anfrage an Russland weitergeleitet. Der Kernbrennstoff werde zu Spotmarktpreisen verkauft, so der Manager.

    Russland brachte vor einigen Jahren die Idee einer Uran-Bank in Umlauf. Russland habe weltweit die größten Kapazitäten zur Urananreicherung, betont Andrej Frolow, Experte vom Zentrum für Analyse der Strategien und Technologien. Die Bank sei eine Art „Zuckerbrot" der Atommächte für diejenigen IAEO-Länder, die zwar auf eigene Urananreicherung verzichteten, jedoch Atomkraftwerke bauen und sichere Kernbrennstofflieferungen haben wollen.

    Diese Uranlieferungen werden kaum nötig sein, weil es sich um problemlose Staaten wie Vietnam, Indonesien, Ägypten, Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate handelt, die Atomkraftwerke bauen wollen.

    Iran werde mit seinem umstrittenen Atomprogramm zu ihnen nur in dem Fall gehören, wenn es auf den Aufbau eines kompletten  Atomzyklus verzichte oder ihn unter die vollständige Kontrolle der IAEO stelle, so Frolow. Die Kernbrennstoffbank spielt keine Rolle für die Versorgung des von russischen Unternehmen gebauten iranischen Atomkraftwerks Buschehr. Es steht unter Schirmherrschaft der IAEO. Russisches Uran war bereits an das AKW geliefert worden. Die Inbetriebnahme des Reaktors soll im Sommer stattfinden.

     

     

     

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