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    Neuer Atomabrüstungs-Vertrag am 8. April in Prag unterzeichnet - Überblick

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    Der neue russisch-amerikanische Vertrag über die atomare Abrüstung wird am 8. April in Prag von den Präsidenten beider Staaten, Dmitri Medwedew und Barack Obama, unterzeichnet.

    WASHINGTON, 26. März (RIA Novosti). Der neue russisch-amerikanische Vertrag über die atomare Abrüstung wird am 8. April in Prag von den Präsidenten beider Staaten, Dmitri Medwedew und Barack Obama, unterzeichnet.

    Darüber informierten das Weiße Haus in Washington und der Kreml am Freitag.

    Der neue Vertrag sei auf zehn Jahre angelegt, teilte der Kreml mit. Der Zusammenhang zwischen den strategischen Offensiv- und Abwehrsystemen sei darin rechtsverbindlich festgehalten. Russland und die USA dürften die strategischen Offensivwaffen ausschließlich auf ihren Hoheitsgebieten stationieren.

    Nach Angaben aus Washington verpflichtet der neue Vertrag beide Staaten dazu, die Zahl ihrer atomaren Sprengköpfe auf jeweils 1550 zu verringern. Das liegt 30 Prozent unter dem Stand, der im Moskauer Abkommen zur Verringerung der strategischen Offensivpotentiale (SORT) von 2002 vereinbart worden war. Die Gesamtanzahl der Startrampen für Interkontinentalraketen und der Atom-Bomber sei bei jeder Seite auf 800 Stück begrenzt.

    Medwedew würdigte in einem Telefongespräch mit Obama, dass das Interessengleichgewicht beider Staaten in der neuen Vereinbarung gewahrt werde. Laut Obama handelt es sich um den „umfassendsten Vertrag zur Rüstungskontrolle“ seit fast 20 Jahren, der die führende Rolle der USA und Russlands bei der Weltabrüstung betone.

    US-Außenministerin Clinton drückte die Hoffnung aus, dass sowohl die Demokraten als auch die Republikaner im Kongress die neue Vereinbarung unterstützen werden. „Wir wollen mit den Kongressmitgliedern eng arbeiten, um sie von der Notwendigkeit der Ratifizierung zu überzeugen“, sagte Clinton.

    Laut dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses des Föderationsrats (Oberhaus des russischen Parlaments), Michail Margelow, hatten sich beide Staaten auf eine zeitgleiche Ratifizierung des neuen Vertrages geeinigt. Schon am 19. April sollen Abgeordnete des Föderationsrats und Mitglieder des US-Senats zu einer gemeinsamen Tagung in Washington zusammentreten, um über die Ratifizierung zu beraten. Zudem wollen beide Staaten eine bilaterale Konsultativkommission gründen, welche die Umsetzung der Vereinbarung fördern soll.

    Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde das atomare Gleichgewicht zwischen Russland und den USA jahrelang durch den noch 1991 geschlossenen Vertrag zur Verringerung der Strategischen Nuklearwaffen (START-1) gesichert, der im Dezember 2009 ablief. Demnach mussten beide Staaten ihre strategischen Atomwaffen auf jeweils 6 000 Gefechtsköpfe und 1600 Trägerraketen reduzieren.

    2002 schlossen Russland und die USA in Moskau das Abkommen über eine Verringerung ihrer strategischen Offensivpotentiale (SORT). Darin verpflichteten sie sich dazu, bis zum 31. Dezember 2012 ihre atomaren Sprengladungen auf jeweils 2200 bis 1700 abzubauen.

    Schon bei ihrem ersten Treffen verständigten sich der russische Präsident Dmitri Medwedew und US-Staatschef Barack Obama im Frühjahr 2009 darauf, schnellstens einen neuen Atomabrüstungs-Vertrag zu vereinbaren. Die entsprechenden Verhandlungen dauerten seit Sommer an.

     

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