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    Totaler Verzicht Nordkoreas auf seine Atomprogramme ist unrealistisch - russischer Experte

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    Russische Experten halten den vollständigen Verzicht Nordkoreas auf seine Atomprogramme für unmöglich und wollen eine neue außenpolitische Linie gegenüber der KDVR durchsetzen, hieß es am Dienstag in Moskau auf der wissenschaftlichen Jahreskonferenz der Koreaforscher Russlands und anderer GUS-Länder.

    MOSKAU, 30. März (RIA Novosti). Russische Experten halten den vollständigen Verzicht Nordkoreas auf seine Atomprogramme für unmöglich und wollen eine neue außenpolitische Linie gegenüber der KDVR durchsetzen, hieß es am Dienstag in Moskau auf der wissenschaftlichen Jahreskonferenz der Koreaforscher Russlands und anderer GUS-Länder.

    „Bei der Einhaltung der bisherigen Spielregeln kann mit keiner freiwilligen Denuklearisierung der KDVR gerechnet werden“, sagte der Direktor der Korea-Programme des russischen Institutes für Wirtschaft, Georgi Toloraja. Ihm zufolge sei der totale Verzicht der KDVR auf die nationalen Atomprogramme „im Prinzip unmöglich. Denn der Entzug des Rechts auf friedliche Kernforschungen des Landes würde den Prinzipien des Vertrages über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen widersprechen“. Zumal das menschliche und das technische Potential es Pjöngjang ermöglichen würde, seine Kernforschungen zu jeder Zeit in Zukunft wieder aufzunehmen.

    Laut Toloraja hatte die Sechser-Gruppe zu Korea es nicht vermocht, das ursprünglich festgelegte Ziel - die Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel - zu erreichen und Nordkorea von der Umsetzung seines Atomkurses abzuhalten. Während der ins Stocken geratenen Verhandlungen in Peking habe Nordkorea Atomwaffen entwickelt und sie in den Jahren 2006 und 2009 getestet und dabei eine Mehrstufenrakete gestartet, die potentiell nuklear bestückt werden könnte.

    „Die vollständige Vernichtung des bestehenden nuklearen Potentials Nordkoreas ist für uns keine absolute Priorität, der gegenüber alle anderen Ziele zweitrangig wären, wie das die USA, Südkorea und Japan verkünden“, sagte der Experte.

    „Wenn dies ohne transparentes kollektives Sicherheitssystem in der Region geschehen sollte, würden die militärischen Risiken sogar zunehmen.“

    Im Rahmen der Sechsergespräche war auf Anregung der russischen Delegation eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung des Instruments der Gewährleistung von Frieden und Sicherheit und für die Ausarbeitung einheitlicher Verhaltensnormen für alle Länder Nordostasiens gebildet worden.

    Toloraja rief dazu auf, die Fehler aus den 1990er Jahren nicht zu wiederholen, „als wir die Interessen der nuklearen Nichtweiterverbreitung, darunter als Trumpfkarte in den Beziehungen zu den USA, absolutisiert hatten und von der koreanischen Regelung insgesamt weggedrängt worden waren“.

    „Nur die Selbständigkeit unserer Position und der Verzicht auf ein Paktieren mit den USA, Südkorea und Japan wie auch mit China können es uns ermöglichen, unseren Wert für die (politischen) Partner zu bewahren“, sagte der Korea-Experte.

    Nordkoreas Atomtest. INFOgraphiken 

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