21:38 23 November 2017
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    Kreml will Weißrusslands Loyalität nicht „kaufen“

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    Russlands Preisstreit mit Weißrussland bei Öl- und AKW-Projekten bedeutet keine „imperialen Ambitionen“, betonte der russische Botschafter in Minsk - und erklärte, warum der Kreml um seine Atomgeheimnisse im Nachbarland bangen muss.

    MINSK, 31. März (RIA Novosti). Russlands Preisstreit mit Weißrussland bei Öl- und AKW-Projekten bedeutet keine „imperialen Ambitionen“, betonte der russische Botschafter in Minsk - und erklärte, warum der Kreml um seine Atomgeheimnisse im Nachbarland bangen muss.

    Russland verhalte sich „normal“ zur von Weißrussland vor einer Woche eingelegten Klage beim GUS-Wirtschaftsgericht, sagte Botschafter Alexander Surikow am Mittwoch in Minsk: „Das ist eine qualifizierte Form der Streitregelung“. Weißrussland hatte Russlands Exportzölle für Produkte der Erdölverarbeitung angefochten, die Maßnahme behindert laut Minsk die Belieferung weißrussischer Erdölchemie-Betriebe.

    Surikow betonte weiter, Russlands Absicht, Erdölprodukte zu Marktpreisen zu verkaufen, habe mit „imperialen Ambitionen“ nichts zu tun: „Wir bitten Weißrussland doch nicht, uns seine Milchprodukte oder Traktoren zum halben Preis zu liefern“. Die Regierung in Moskau wolle die Loyalität der weißrussischen Führung nicht „kaufen“.

    Zwischen Moskau und Minsk gebe es außerdem Differenzen um die Kosten des geplanten AKW-Projektes. Deswegen verzögert sich laut Surikow die Unterzeichnung eines Regierungsabkommens, laut dem russische Fachkräfte ein Atomkraftwerk in Weißrussland bauen sollen.

    Russland sei außerdem über die mögliche chinesische Beteiligung an diesem Projekt besorgt. Wenn Weißrussland die Chinesen zum Einstieg einlade, verzichte Russland wahrscheinlich auf seine Teilnahme. „Wir haben unsere Geheimnisse, die wir mit den jungen chinesischen Unternehmen nicht teilen wollen“, sagte Surikow.

    Trotz aller Schwierigkeiten werde die russisch-weißrussische Integration nicht abgebaut: „Sie wird auf die Beine gestellt, die Beziehungen nehmen zu, eine wirtschaftliche Grundlage für in Zukunft mögliche politische Entscheidungen entsteht“.

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