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    Sprachen-Streit: Russisch wird auf Krim zur Regionalsprache - "Rossijskaja Gaseta"

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    Das Parlament der ukrainischen Teilrepublik Krim hat Russisch als Regionalsprache anerkannt.

    MOSKAU, 28. Mai (RIA Novosti). Das Parlament der ukrainischen Teilrepublik Krim hat Russisch als Regionalsprache anerkannt.

    Damit kann Russisch, das auf der autonomen Halbinsel ohnehin am meisten gesprochen wird, wieder uneingeschränkt in den Medien, im Bildungswesen und in der Wirtschaft verwendet werden, stellt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Freitag fest.

     Bei einer Parlamentssitzung in dieser Woche stimmten 75 der 100 Abgeordneten dafür, dass die russische Sprache auf der Halbinsel frei verwendet werden darf.

    Diese Entscheidung kommentierte die Vorsitzende der Parlamentskommission für Wissenschaft und Bildungswesen, Galina Grschibowskaja, die das Dokument ausgearbeitet hatte, in einem Interview für "Rossijskaja Gaseta". Sie verwies darauf, dass die ukrainischen Parlamentarier im Jahr 2003 die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ratifiziert hatte, deren Richtlinien allerdings in der Ukraine, darunter auf der Krim, ignoriert wurden. „Als internationaler Vertrag ist die Charta wichtiger als nationale Gesetze bzw. Durchführungsbestimmungen, auf deren Basis die russische Sprache auf der Krim aus allen Lebensbereichen massiv verdrängt wurde", betonte Grschibowskaja. Zugleich führte sie an, dass 76 Prozent der Bevölkerung auf der Krim Russisch für ihre Muttersprache halten. „De facto konnten wir auch gegen die Nationalisten nichts tun, die die Rechte der ethnischen Russen verletzten."

    Der neue Beschluss soll die russische Sprache, insbesondere auf internationaler Ebene, schützen und zu dessen Ausweitung auf der Krim führen. Der Parlamentarierin zufolge wird Russisch bald „wieder vollwertig im Medienraum der Halbinsel vertreten sein."

    Darüber hinaus haben die Krim-Abgeordneten das ukrainische Parlament (Oberste Rada) aufgefordert, die Verabschiedung von Gesetzen zu verhindern, die die Rechte der ukrainischen Bürger im Sprachbereich verletzen könnten. „Die frühere Regierung hat vor ihrem Wechsel in die Opposition mehrere Minen gelegt", so Grschibowskaja weiter. „So wurde damals vorgeschlagen, Soldaten für die Verwendung der russischen Sprache in der Armee zu bestrafen. Weil für den humanitären Bereich in der Rada nach wie vor die Nationalisten zuständig sind, befürchten wir, dass diese Gesetze still und leise verabschiedet werden", unterstrich sie.

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