20:54 15 Dezember 2017
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    Kosovo-Albaner protestieren gegen serbische Kommunalwahlen im Norden der Region

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    Kosovo-Unabhängigkeit (220)
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    Im Norden des Kosovo sind die Nato-Friedenstruppe und die Polizei mit Tränengas gegen die Albaner vorgegangen, die gegen die vorgezogenen serbischen Kommunalwahlen protestieren.

    MOSKAU, 30. Mai (RIA Novosti). Im Norden des Kosovo sind die Nato-Friedenstruppe und die Polizei mit Tränengas gegen die Albaner vorgegangen, die gegen die vorgezogenen serbischen Kommunalwahlen protestieren.

    Wie die Agentur Reuters am Sonntag weiter meldet, soll die Polizei nach eigenen Angaben nur einwenig Tränengas eingesetzt haben, um eine Ausweitung des Konfliktes zu verhindern.

    Mehrere Tausend ethnische Albaner und einheimische Serben unter Leitung von Veteranen der Kosovo-Befreiungsarmee, die im Konflikt 1998 und 1999 mit den serbischen Behörden konfrontiert waren, haben in der Stadt Kosovska Mitrovica gegen die Durchführung der serbischen Kommunalwahlen im unabhängigen Kosovo protestiert. Bei den Zusammenstößen wurden zwei Serben leicht verletzt.

    Die Behörden in Belgrad hatten trotz der Proteste der Kosovo-Albaner, die im Februar 2008 die Unabhängigkeit vom übrigen Serbien proklamiert hatten, für den Sonntag vorgezogene Kommunalwahlen in zwei Städten im Norden des Kosovo - Kosovska Mitrovica und Novo Brdo - angesetzt.

    Der an Serbien angrenzende nördliche Teil des Kosovo wird nicht von Pristina, sondern von den Machtorganen verwaltet, die nach serbischen Gesetzten gewählt wurden.

    Die Regierung Serbiens hatte am 24. Dezember die Auflösung der Kommunalverwaltungen in Kosovska Mitrovica und Novo Brdo und die Bildung provisorischer Behörden dort beschlossen. Kosovska Mitrovica ist nach dem ethnischen Prinzip in zwei Teile - den nördlichen (serbischen) und den südlichen (albanischen) - getrennt. Die Wahlen sollen im nördlichen Teil der Stadt stattfinden.

    Die Kosovo-Regierung in Pristina hat die serbischen Kommunalwahlen für illegitim erklärt. Wie der EU-Sonderbeauftragte für das Kosovo, Peter Feith, äußerte, wird die EU die Ergebnisse der Wahlen in Mitrovica und Novo Brdo nicht anerkennen.

    Die Behörden in Pristina hatten im Januar 2010 eine Spezialstrategie für den Norden des Kosovo verkündet, die sie gemeinsam mit den internationalen Strukturen „zur Festigung der Souveränität und der territorialen Integrität des Kosovo“ ausgearbeitet hatten. Das Konzept beinhaltet die Integration der nördlichen Gebiete mit Hilfe von ökonomischen und politischen Hebeln.

    Die südserbische Region Kosovo wird seit 1999 von einer UN-Administration entsprechend der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates verwaltet, die die territoriale Integrität der Bundesrepublik Jugoslawien (heute Serbien) bestätigt und eine Beschlussfassung über den endgültigen Status des Kosovo vorsieht.

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