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    EIL - Medwedew verfügt Stopp von Gaslieferungen an Minsk

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    Gasstreit mit Weißrussland (61)
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    Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat dem Konzern Gazprom die Anweisung gegeben, mit Einschränkungen von Gaslieferungen an Weißrussland zu beginnen. Gleichzeitig sollen Konsultationen mit Minsk über die Regelung des Schuldenproblems fortgesetzt werden.

    MOSKAU, 21. Juni (RIA Novosti). Russlands Präsident Dmitri Medwedew hat dem Konzern Gazprom die Anweisung gegeben, mit Einschränkungen von Gaslieferungen an Weißrussland zu beginnen. Gleichzeitig sollen Konsultationen mit Minsk über die Regelung des Schuldenproblems fortgesetzt werden.

    Wie Gazprom-Chef Alexej Miller zuvor dem Präsidenten mitgeteilt hatte, „wird die Verschuldung für die Gaslieferungen von Weißrussland zwar anerkannt, es schlägt aber vor, die Schulden mit Lieferungen ihrer Maschinen, Anlagen und anderen Waren zu begleichen“. Damit seien die Verhandlungen mit Minsk mit nichts zu Ende gegangen, so Miller.

    Wie Medwedew betonte, dürfen die ausländischen Zahlungen laut dem russischen Recht nur in Devisen angenommen werden. „Gazprom kann die Rückzahlung der Schulden in der Form von Kuchen, Butter, Käse oder anderen Zahlungsmitteln nicht akzeptieren“, betonte der Präsident.

    Seit Anfang dieses Jahres bezahlt Weißrussland die Gaslieferungen aus Russland nicht gemäß dem Vertrag, sondern nach einem von Minsk einseitig festgelegten Preis. Als Folge steht es bei Moskau bereits mit rund 200 Millionen Dollar in der Kreide.

    Wie zuvor angekündigt, will Gazprom von Montag 08.00 MESZ an die Gaslieferungen an Weißrussland um 85 Prozent reduzieren. Am Sonntag warnte Minsk Moskau vor Problemen, die in diesem Zusammenhang mit dem Gastransit nach Europa entstehen könnten, und entsandte eine Delegation nach Moskau, die sich bemühen wird, den Streit beizulegen.

    Der im Liefervertrag verankerte Preis für die Gaslieferungen an Weißrussland beträgt 169 Dollar pro 1 000 Kubikmeter. Weißrussland zahlt allerdings nur 150 Dollar, wodurch eine Verschuldung entstanden ist, die nach dem Stand vom 1. Mai dieses Jahres bereits bei 192 Millionen Dollar lag. Laut Gazprom-Schätzungen könnte die Verschuldung des weißrussischen Unternehmens Beltransgaz auf diese Weise bis zum Jahresende auf 500 bis 600 Millionen Dollar wachsen.

    Die vorangegangene Zuspitzung des russisch-weißrussischen „Gaskrieges“ hatte sich Ende 2006 ereignet. Der Lieferstopp konnte damals wenige Minuten vor dem Jahreswechsel abgewendet werden.

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