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    Gaza-Blockade: Schiff mit libyschen Hilfsgütern in Abwartestellung im Mittelmeer

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    Das von der libyschen Wohltätigkeitsgesellschaft Ghaddafi-Fonds gefrachtete Schiff mit Hilfsgütern für den Gazastreifen steht jetzt bewegungslos im internationalen Gewässer und ist von israelischen Kriegsschiffen umringt.

    TEL AVIV / GAZA, 14. Juli (RIA Novosti). Das von der libyschen Wohltätigkeitsgesellschaft Ghaddafi-Fonds gefrachtete Schiff mit Hilfsgütern für den Gazastreifen steht jetzt bewegungslos im internationalen Gewässer und ist von israelischen Kriegsschiffen umringt. Das erfuhr RIA Novosti am Mittwoch von einem Sprecher der israelischen Verteidigungsarmee.

    Wie der israelische Funksender Kol Israel berichtet, hat der Kapitän des Trockenfrachters Al Amal, der am Vortag seine Zustimmung gegeben hatte, das Schiff in den ägyptischen Hafen El Arish zu führen, um eine Konfrontation mit den Israelis zu vermeiden, nun mitgeteilt, die Mannschaft repariere gerade den Schiffsantrieb. Israelische Medien äußern zugleich die Annahme, der reale Grund für den unvorgesehenen Stopp liege in den Meinungsdifferenzen zwischen den angeheuerten Seeleuten und den libyschen Menschenrechtlern, die die israelische Blockade des Gazastreifens durchbrechen wollen.

    Die Regierung des Gazastreifens gab indes eine Erklärung ab, laut der die Schiffsbesatzung die Absicht, die Gaza-Küste zu erreichen, nicht aufgegeben hat.

    Die israelischen Militärs hatten die Schiffsmannschaft bereits am Vortag aufgefordert, den Kurs zu wechseln. Widrigenfalls werde das Schiff in den israelischen Hafen von Ashdod zwangsgeleitet. Anschließend werde die Schiffsbesatzung ausgewiesen, während die Hilfsgüter per Lkw nach Gaza transportiert würden.

    An Bord des unter moldauischer Flagge laufenden Schiffes befinden sich neun Menschenrechtler und eine 12-köpfige Mannschaft sowie 2000 Tonnen Lebensmittel und Medikamente.

    Israels Außenminister Avigdor Lieberman bezeichnete das Unterfangen der Al Amal als eine „Selbstreklame-Aktion“. Im israelischen Rundfunk verwies er am Mittwochmorgen darauf, dass die Blockade des Gazastreifens gelockert worden sei, und äußerte seine Hoffnung darauf, dass eine Konfrontation vermieden werde.

    „Die Menschen trachten nach Selbstreklame, sie wollen beweisen, dass sie etwas in ihrem Leben machen“, so der Minister. „Jetzt, wo alle Grenzposten für die Hilfsgüter nach Gaza offen stehen, wirkt all das wie eine reine PR-Aktion.“

    Am 31. Mai hatte die israelische Küstenwache sechs Schiffe der Free-Gaza-Aktion, die die Blockade des Gazastreifens durchbrechen wollten, im Mittelmeer aufgebracht. Dabei wurden neun Teilnehmer der Aktion getötet. Am 5. Juni wurde der irische Trockenfrachter Rachel Corrie auf dem Weg zum Gazastreifen gestoppt.

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